Werbung? Ja und nein.

img_9138Ist euch mal aufgefallen, wie oft auf „Emil und Ida“ wunderschöne Dinge verlost werden? Und ist auch mal aufgefallen, wie oft ich Staubsauger, Matratzen, Babybetten und die neuesten Buntstifte vorstelle?

Ich finde „Emil und Ida“ ist kein Werbeblog, keine Plattform für Staubsauger Tests und Buntstifte. Ja, ich habe Werbung gemacht. Und vielleicht mache ich auch noch mehr. Aber ich wäge so viel ab. Passt das? Will ich das? Wollen meine Leser das? Ist „Emil und Ida“ nicht genug? Reicht es nicht, Texte zu schreiben?

„Gute“ Blogs verleiten einen dazu, irgendwann damit Geld verdienen zu wollen. Denn würde ich Geld verdienen, müsste ich weniger arbeiten und würde ich weniger arbeiten, könnte ich mehr gute Texte schreiben. So in etwa funktioniert das.

Aber was ist, wenn ich nur gute Texte schreiben möchte, ohne dazwischen über Alltags-erleichternde Putzmittel, den neuesten Lippenstift oder Riesen-Trampoline schreiben möchte? Muss ich dann aufhören? Oder Nachts schreiben und tagsüber arbeiten?

Ich lehne sehr viel Werbung ab. Manchmal fällt mir das leicht, manchmal weniger, manchmal finde ich die angebotene Summe verlockend. Dann sehe ich in den anderen Blogs, man, die haben das gemacht. Schadet doch keinem? Oder doch?

„Emil und Ida“ ist für mich zu etwas so kleinem, feinem, herzerwärmendem geworden, dass ich den Blog eigentlich nicht verändern möchte. Vielleicht auch, weil ich im Stillen schon weiß, dass er endlich ist. Das er irgendwann verschwinden wird oder im Sand verlaufen. Ich habe mir immer gesagt: Nur, bis Emil in die Schule kommt. Dann ist Schluss! Und das ist doch schon diesen Sommer? Und dann?

Ich weiß es nicht. Aber bis dahin bleibt er weitestgehend Werbefrei.

Finde ich denn Werbung einfach nur schlecht? Nein. Es stimmt, manchmal langweilt mich die Werbung in den Blogs. Vielleicht, weil oft so viele das Gleiche bewerben. Oder eben Dinge, die mich tatsächlich so gar nicht interessieren. Wie Staubsauger, Reinigungsmittel, Tchibo-Buntstifte. Das kenne ich doch schon! Das sehe ich doch in jedem Prospekt, in jeder Fernsehwerbung und dann auch noch in jedem Blog. Ich weiß leider nicht mehr, welche große Bloggerin das einmal gesagt hat, aber sie schrieb: Bei manchen Beiträgen denke ich mir, man, die müssen aber echt viel Geld geboten haben.

Sind wir denn dann noch authentisch? Oder endet die Authentizität bei den Werbeposts?

Aber halt, ich wollte ja über gute Werbung schreiben. Denn, die gibt es auch! Und die liebe ich. Ich fühle mich wie eine Sammlerin. Eine Geheimnis-Sammlerin. Ich freue mich tierisch, wenn ich auf anderen Blogs und Instagram Accounts Dinge entdecke, die ich noch nicht kenne. Letztens zum Beispiel das Label „Sandstrasse“! Ich meine, da kann man ja nur kleine Luftsprünge machen und sich denken: Ja, das Leben dreht sich weiter! Menschen bewegen etwas. Sie entwerfen etwas jenseits all der großen Konzerne. Sie erschaffen wunderschöne Dinge mit Liebe! Ich möchte noch viel mehr solcher Werbung sehen!

Und wenn das keiner macht, mache ich es eben selbst 🙂

„Emil und Ida“ bleibt Werbefrei, die „Kleinen Landstreicher“ werden voll mit Werbung sein. Weil ich mir so sehr wünsche, all diese kreativen Menschen vorzustellen, die im Kleinen Dinge erschaffen. Die kreativ sind. Mit den Händen arbeiten. Die kleine Läden führen, dafür mutig den Schritt in die Selbständigkeit gewählt haben. Mütter die nähen, stricken, töpfern. Die Bücher schreiben und Bilder malen. Menschen, die sich engagieren. Die etwas aufbauen.

Und ich freue mich wahnsinnig darauf!

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3 thoughts

  1. Hallo Miriam,

    Eine wunderbare Idee. Ich habe bereits reingeschnuppert in euer „2. Zuhause“ und bin begeistert.
    Ich komme aus Thüringen und krame bereits in meinen Erinnerungen. Vielleicht kann ich sogar einen Ausflugstipp beisteuern.

    Viel Erfolg mit dem neuen Projekt und viel Spaß auf euren Entdeckungstouren wünscht
    Mama Maus

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  2. Schön geschrieben!
    Ja der Reiz, der Traum vom Bloggen zu leben und diesem Hamsterrad des täglich-arbeiten-müssens zu entkommen ist schon sehr groß und präsent.
    Mir ist aber der Gedanke, einen Blog als Werbeplattform zu gebrauchen, nur um davon leben zu können auch ein kleiner Dorn im Auge. Klar, die meisten sagen bestimmt, ich werbe nur für etwas, wohinter ich auch stehen kann. Aber wenn das Sümmchen größer wird, dann steht man auch gern mal hinter irgendeinem Staubsauger.

    Der Tipp mit Sandstrasse.com ist wirklich gut gewesen – so tolle Sachen!

    Mach weiter so, ich lese Deine Texte seit kurzem, aber dafür sehr sehr gern!

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  3. Oh, vielen lieben Dank für die Sandstraße. Das ist ein Shop ganz nach meinem Geschmack. ❤ Auch wenn ich selbst nähe, bin ich doch immer auf der Suche nach etwas Besonderem für die eigenen Käfer. Die kommen, nähtechnisch, viel zu oft zu kurz, weil ich die Zeit an den Maschinen eher produktiv für die Kunden nutze, als für die Familie. 😀

    Mir ist "Emil und Ida" so ans Herz gewachsen, auch die Landstreicher finde ich super und sehr faszinierend, was Ihr alles auf die Beine stellt und auch noch so wunderbar fotografiert. ❤ Und trotzdem bleibt bei mir der Eindruck, es ist ECHT. Und nicht aufgesetzt. Das schätze ich sehr. Es gibt so viele Blogs, die ich gerne verfolge, wachsen sehe und dann gibt es so oft einen Punkt X, an dem erst langsam und dann immer auffälliger auch geworben wird. Und das mißfällt mir. Ja klar, wenn es passt,… Aber vielleicht macht man sich gerne auch was passend.

    Ich habe viel Probegenäht und war für einen mittelgroßen Mama Blog Mitautorin. Und selbst da ist es schon so, dass ich mich ein bis zweimal habe verbiegen lassen, weil es ja so eine große Ehre war, für DIESES tolle Label zu nähen, Teil dieser Community zu sein. Natürlich wollte ich hinterher lobhudeln, schließlich hat das Nähen an sich, das Team Spaß gemacht, hat mir die Idee gefallen. Aber wenn der Schnitt an meinen Kindern oder mir nicht sitzt? Schreibe ich dann nur über die tolle Gesamtharmonie in der Gruppe? Über die tollen Stoffe, die für das Projekt draufgegangen sind, die natürlich selbst gekauft waren? Wenn meine Kinder gar keine Gemüselasagne mögen? Koche ich sie dann trotzdem, nur um schöne Bilder zu haben und in den Monatsbeitrag zu passen? Ich habe mit der Kritik hinterm Berg gehalten und den Artikel nach kaum einer Woche online gelöscht und tue mir diesen Zirkus nicht mehr an.

    Umso wichtiger ist mir nun die Authentizität. Und die kommt bei mir in Deinen Zeilen an. Bleib dabei. Werbefrei oder nicht. Ehrliche Tipps nehme ich gerne auf, dann darf es auch gesponsert sein. Aber nicht, um der Masse willen.

    Herzliche Grüße, Sandra

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