Emil unstoppable – Der ReimaGo Sensor

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Emil ist ein Energiebündel. Keine Frage. Manchmal rennt Emil sechs Kilometer neben dem Fahrrad her. Ich gucke mich dann unauffällig um, ob uns schon jemand mit Argusaugen beobachtet und befürchte, die Leute halten mich für eine absolut überambitionierte Mutter, die ihr Kind – koste es was es wolle – zum nächsten Marathon-König machen möchte. Dabei ist das alles andere als mein Ziel.

Emil ist wie ein Hund

Emil ist wie ein Hund. Bis spätestens um zehn Uhr muss man einmal mit ihm das Haus verlassen haben. Sonst rennt und tobt er über alle vorhandenen Möbel. Wenn ich etwas auf dem Spielplatz im Park vergessen habe, feiert Emil ein inneres Freudenfest. Ich gehe dann bis zum Eingang des Parkes, rufe „Auf die Plätze, fertig, Los!“ und sehe Emil hinterher, der mit wehenden Fahnen bis zum Spielplatz zurück rennt um Vergessenes wieder in unseren Besitz zu bringen. Manchmal rennt Emil immer wieder um den Weiher – immerhin pro Strecke 800 Meter – und ich muss die Zeit stoppen. Wenn man Emil anfeuert, sieht es ein wenig so aus, als würde jeden Moment die Schallgrenze durchbrochen werden.

Als wir in Kanada einige Tage in der Wildnis gelebt haben, und die Kinder den ganzen Tag frei herumlaufen durften, sind wir für ein Wochenende nach Kingston gefahren. Ein bisschen einkaufen, Essen gehen, Kaffee trinken mit Blick auf kleine Bauernmärkte und bunte Kürbisse. Aber Emil und die Hunde waren absolut auf Wildnis gepolt. Es war unfassbar, aber sowohl die Hunde als Emil konnten sich an das Leben in der Stadt erst nach Tagen wieder gewöhnen. Mehrmals am Tag sind wir raus zum Ontario See und haben sie laufen lassen. Hund wie Kind.

Brauchen wir einen Aktivitätssensor?

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Und dann haben wir eine Anfrage der Firma Reima bekommen. Die kennen Emil natürlich nicht persönlich. Aber wir durften etwas für sie testen. Den ReimaGo Sensor. Erst denke ich: Quatsch. Kinder sollen rennen, wenn sie rennen möchten. Müssen wir sie so schnell in ihrer Aktivität überwachen? Laufen die nicht sowieso genug?

Aber es geht hier ja gar nicht um mein Kind. Sondern um alle Kinder. Und ich sitze in der Küche und sehe hinaus und vor unserem Vorgarten spielen sich gespenstische Szenen ab. Jugendliche rennen wirr herum und starren auf ihre Handys. Anscheinend hat sich ein Pokemon in unseren Garten verirrt. Und im selben Moment denke ich: Na, aber immerhin gehen sie raus! Und sitzen nicht nur Zuhause über ihren Smartphones. Und ist das nicht auch der Anreiz des ReimaGo Sensors?

Und muss ich nicht auch ein bisschen vorrausschauend denken? Noch hat Emil Kraft und Energie den ganzen Tag zu rennen. Aber wie sieht es aus wenn er in die Schule kommt? Wenn er Nachmittags vielleicht erschöpft ist, müde, antriebslos?

Na gut, denke ich. Erst mal gucken, wie das Ding funktioniert.

img_3636Der ReimaGo Sensor ist ein kleiner, schwarzer Chip. Er passt im Grunde überall rein, selbst in kurze Sporthosen, Jackentaschen und Jeanstaschen. Er ist so klein, dass man ihn nicht merkt. Wer nicht wie Emil ununterbrochen daran denkt, kann ihn schnell vergessen, und seinem normalen Tagesablauf nachgehen. Passend zum Chip gibt es eine Jacke, in deren kleiner Tasche am Oberarm er sich richtig befestigen lässt. Praktisch für all die Kinder, die auch sonst noch so allerhand in ihren Hosentaschen aufbewahren und diese das ein oder andere mal am Tag leeren. In der Jacke ist es sicher verwahrt. Emil findet das extrem cool – es ist eine Art Geheimversteck. Nur ER hat so eine wichtige, geheime Tasche an seiner Jacke. (Die ist so geheim, dass er sie ALLEN seinen Freunden zeigt und sie ab jetzt überhaupt nicht mehr geheim ist).img_3818

Paul  und ich versuchen den Chip und die App zusammenzubringen. Leider scheitert es da schon. Das Gerät ist nur mit Apple Produkten kompatibel. Ich habe kein Iphone, Paul hat ein uraltes Iphone (zu seinem Leidwesen), dass wir aus nostalgischen Gründen behalten, weil es von unserer ersten New York Reise stammt, aber damit kommen wir nicht weiter. Wer genauer liest als wir findet aber heraus, dass es auch mit dem Ipad geht. Wir laden die App runter, unser Ipad hat aber außerhalb des W-Lans keinen Internet Empfang. Geht das denn jetzt trotzdem? Ich stehe mit Emil im Park und der ruft ungefähr einhundert Mal: bildschirmfoto-2016-10-04-um-13-13-14„Ich klettere jetzt den Baum hoch! Speichert der das??“ Oh man, ich habe keine Ahnung. Speichert der nur Laufen, oder auch Bäume klettern? Ida macht alles nach und ruft: „Ich werde gespeichert!“

Ich glaube, es funktioniert. Ab jetzt zeichnet der Chip auf, wie viel Emil sich bewegt. Emil rennt und klettert eine halbe Stunde wild herum, dann gehen wir nach Hause um erst mal im W-Lan fähigen Bereich zu checken, ob es überhaupt geklappt hat. Yipphie! Es hat geklappt. Auf der App sieht man jetzt, das Emil sein Tagesziel schon fast erreicht hat. 7 Etappen gilt es zu meistern. Bis zum Ende der Woche. Emil versteht das falsch oder eher überehrgeizig. „Ich will alles an einem Tag schaffen!“ ruft er. Zack ist er samt Hund wieder nach draussen verschwunden. Und während der sich nach zwanzig Minuten schon schnaufend zu Pauls Füßen wirft, rennt Emil wie besessen von einem Ende des Parks zum anderen. „Wie viel hab ich??“ ruft er aus allen erdenklichen Richtungen.

img_3771Am Abend werten wir aus. Für Emil war es ein Event. Er ist begeistert und verfolgt seine Angaben ganz genau. Und die kindgerechte App veranschaulicht sehr gut was die Ziele sind. Motivierend? Auf jeden Fall. In unserem Falle aber sogar übermotivierend. Für Ida wäre es super, die missbilligt Laufen im Allgemeinen, ist aber zu klein um die Tragweite des Chips zu verstehen.

Fazit

img_3826Alles in Allem fällt das Fazit positiv aus, wenn man es allgemein betrachtet. Ich kenne Erwachsene, die ihren kompletten Lebensstil einer App anvertrauen. Was sie essen, wie viel sie sich bewegen, wie viel sie schlafen. Deren Leben wird dadurch kontrolliert, aber auch die ziehen positive Schlüsse daraus. Es ist vielleicht die fortschrittlichere Art des Ernährungs- oder Lauftagebuchs. Ich verschaffe mir einen besseren Überblick. Ich nehme auch besser wahr, wie viel ich mich nun wirklich bewegt habe. Oder mein Kind. Für einen Überblick absolut sinnvoll. Ich glaube, man macht sich nicht immer objektiv bewusst, wie ein Tag oder eine Woche abgelaufen ist. Dieser eine Punkt wird nun deutlich in Form der App. Auf Dauer wäre es mir persönlich zu kontrollierend. In Maßen hingegen finde ich es spannend immer mal wieder eine Woche einzulegen, in der man Aktivität aufzeichnet.

Ich urteile aber auch von einem absolut Energie geladenen Kind aus. Im Hinblick auf die Kombination aus „Antriebslosigkeit“ und „Bewegungsmangel“, die sich gesellschaftlich häufig schon im Grundschulalter bemerkbar macht, kann es durchaus von Nutzen sein. Es ist kein Geheimnis, dass bereits Grundschüler sich geschickt durch  Apps manövrieren wie wir noch durch die gute alte Tageszeitung. Wenn Pokemon Go ein Antrieb ist, zumindest mal die eigenen vier Wände zu verlassen, dann ist der Aktivitäts Sensor definitiv eine noch viel sinnvollere Variante. Und statt übertriebenem Ehrgeiz steht vielleicht mehr der Stolz im Vordergrund – die anschauliche Darstellung davon, dass ich etwas geschafft habe. Ein Ziel erreicht habe, das ich mir gesetzt habe.

Emil darf dieses Level noch zu Ende machen, dann legen wir den Sensor erst Mal wieder weg. Als wir den Welpen bekommen haben, hat man uns gesagt, an die Art der Aktivität die wir ihm vorleben wird er sich ein Leben lang orientieren. Wer aus seinem Hund ein Energiebündel macht, der wird auch ein Energiebündel behalten. Wir müssen bei Emil ein bisschen aufpassen, dass wir unsere Level da nicht überschreiten. Sonst hält bald keiner mehr mit 🙂

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2 thoughts

  1. Hätte mich nicht als Testperson hergegeben. Kann man nicht einfach so sehen, ob sich der eigenen Nachwuchs grosso modo ausreichend/nicht ausreichend, viel/zu viel bewegt? Geht dann auch das rote Lämpchen mit der ADHS-Warnung an? Ok, das war nun polemisch. Aber trotz des leichten Anflugs von Ausgewogenheit hätte ich nicht gedacht, dass Du Dich hier vor den App-Karren spannen lässt.

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  2. Kann ich verstehen. Fand es aber tatsächlich ganz spannend. Zu mal wir ja ganz ehrlich danach gesagt haben, dass es für unser Kind nicht nötig ist. Ich glaube tatsächlich, dass es für einige Kinder ein Anreiz sein kann. Es gibt ja sogar eine Zahnputz APP – habe ich gerade gesehen. Hab ich auch erst gedacht, was für ein Blödsinn. Und hinterher: Vielleicht macht das Sinn? Wenn das der Anreiz ist, wirklich motiviert seine Zähne zu putzen? Ich tue mich manchmal so schwer damit. Ich habe keine einzige App und hatte noch nie das Bedürfnis danach. Die Jugendlichen die ich so kenne, haben aber so ein Bedürfnis. Warum das nicht sinnvoll nutzen? Und außerdem könnte ich den BLOG rein realistisch tatsächlich ohne Werbung so nicht mehr weiterführen. So lange ich ehrlich urteilen darf finde ich das in Ordnung. Und ich sage auch guten Gewissens noch Werbeanfragen ab, wenn ich sie absurd oder unpassend finde. Nur für Geld verkaufe ich mich auch nicht.

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