Am Ende gewinnt immer das Gute!

Ich bin still. Ich schicke meine Kinder in eine Welt wie diese. Ich bin sprachlos. Ich übergebe meinen Kindern am Ende eine Verantwortung für diese Welt. Für den Umgang miteinander. Ich versuche sie Respekt zu lehren, vor der Natur, den Tieren und ihren Mitmenschen. Ich versuche, ihnen mit Liebe zu begegnen, wann immer ich kann.

Ich lasse meine Kinder in eine Welt die mich bestürzt. Eine Welt, die ich mir so gerade nicht gewünscht habe.

Ich schicke meine Kinder in ein Leben, dass von Angst geprägt ist. Aber viel mehr noch, ein Leben, dass den Menschen, und ein Menschenleben nicht mehr als höchstes Gut ansieht. Ein Leben, in dem getötet wird. Willkürlich. Ein Leben, das aus den Fugen gerät. In einer Nation, die ich für sicher hielt. In einem Europa, dass ich für stabil hielt.

Ich kann diese Welle alleine nicht stoppen. Ich kann aber weiter dafür sorgen, dass meine Kinder Respekt, Liebe, Kommunikation als hohes Gut ansehen. Ich kann sie lehren mit Konflikten konstruktiv umzugehen. Gewalt abzulehnen. Und aufzustehen, wenn sie ein Unrecht erkennen.

Ich kann ihnen die Dinge die gerade passieren nicht erklären. Ich kann sie nicht beim Namen nennen. Ich kann vor unserem Bus sitzen, nur eine halbe Stunde von Nizza entfernt und ihnen Äpfel schälen. Dabei lese ich. Und höre ich. Und sehe ihnen zu. Ich kann all das, was gerade passiert, einzig und allein dazu nutzen, mehr Kraft aufzubringen meine Kinder stark zu machen. Stark für eine Welt, die wackeliger ist, als ich es dachte.

Wir alle können unsere Kinder stark machen. Wir können sie zu besseren Menschen machen. Wir können durch sie versuchen Menschen aufwachsen zu lassen, die für das Leben eines Menschen genauso wie für das Leben eines Tieres einstehen. Die von klein auf lernen aufeinander Acht zu geben. Nicht vorschnell zu urteilen. Nicht auszuschließen.

Kinder, die eines Tages vielleicht die Köpfe schütteln, wie es dazu kommen konnte, dass während ihrer Kindheit so viel Hass aufkam. Die anders denken. Die freier denken. Fairer. Humaner.

Ich sitze still vor dem Bus. Ich lese und schweige. In den Bäumen höre ich die Vögel. Die Kinder tragen Ameisen auf einem Blatt von der einen Seite der Wiese zur anderen. Friedlich ist es nur in unseren Herzen. Wir müssen uns das erhalten.

Auf der Bosporus Brücke wurde ein Soldat von Anhängern Erdogans geköpft. Es ist nur eine von Tausend Geschichten. Nur eines von tauend Schicksalen. Aber es ist auch der Sohn einer Mutter. Der Vater eines Kindes? Es ist auch ein Mensch, den Freunde begleitet haben. Ein Mensch, der an etwas geglaubt hat, sei es richtig oder falsch. Jemand, der jetzt vermisst wird. Und jemand, der durch das Urteil anderer zu Tode kam. Ich schaudere bei dem Gedanken an die Menschen, die dazu fähig sind. In einer Welt wie unserer, in unseren Köpfen, wo wir doch gelernt haben, was ein Menschenleben Wert ist? Wo wir doch Schmerz schon selbst egfühlt haben. Körperlichen Schmerz. Und den Schmerz des Verlustes? Wie kann ein Menschn fähig sein, all dieses persönliche Erfahrung nur auf sich, aber nicht auf andere zu übertragen? Wo bleibt die Empathie? Wie kann ich ein leben auslöschen? Wie kann ich den Sohn einer Mutter töten, deren Tränen und ewigen Schmerz ich doch spüren muss?

Die Kinder laufen barfuss. Ich sehe ihnen nach. Am Abend sitzen sie auf meinem Schoß. Die schweren Köpfe schon müde. Kein Leid und keine Angst in ihren sanften Köpfen. Wie lange kann ich sie noch schützen?

Aber wir sind nicht hilflos. Wir sind nicht so sprachlos, wie wir Anfangs denken. Wir haben so viel Macht, so viel positiven Einfluss. Denn wir sind es, die Dinge ändern können. Wir können unsere Stärke zeigen. Vielleicht gerade wir. Als Eltern. Denn wir sind die Menschen, die in einer Intensität der Gefühle stecken. Wir wollen Schutz für unsere Kinder, um jeden Preis. Dann sollten wir auch dafür aufstehen. Dann sollten wir allem und jeden zeigen, dass Liebe stärker ist als Hass. Das wir nicht abweichen werden von dem Plan unseren Kindern eine sichere und freidliche Welt zu schaffen. Denn wir sind viele. Und wir können unsere Kinder zu besseren Menschen machen. Wir ebnen den Weg, um Liebe, Respekt und Empathie zu fördern.

Und Emil hat ganz Recht wenn er sagt: Am Ende gewinnt immer das Gute!

Lasst uns diesen Satz Wirklichkeit werden lassen!IMG_3650

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7 thoughts

  1. Danke für diesen Beitrag, ich wünschte, Du hättest ihn nicht schreiben müssen. Aber du hast recht damit, dass wir immer bei uns im Kleinen anfangen müssen, jeden Tag aufs neue. Jeden Tag wieder die Herzen und die Türen öffnen für das andere und das Fremde, um Toleranz zu lernen und zu zeigen. Für uns und unsere Kinder. Viele Grüße Ann-Christin

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  2. Du hast die Gedanken, die uns wohl alle dieser Tage bewegen, sehr berührend beschrieben. Ja, wir hätten nicht gedacht, dass auch unsere Welt so wackelig ist und dennoch machst Du uns Mut, dass wir mit der Geborgenheit, die wir nur Tag für Tag geben können, etwas verändern. Danke.

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  3. Danke für diesen Artikel! Ja, fangen wir zuhause in den eigenen vier Wänden damit an und tragen wir sie hinaus in die weite Welt-die Liebe, die Empathie und auch die Zuversicht! 💜💜💜

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