Genervteste Mutter der Welt

IMG_2634Es ist ein schleichender Prozess. Man weiß nicht genau wo es angefangen hat. Wahrscheinlich heute morgen im Bett. Wahrscheinlich weil ich zehn Minuten zu früh geweckt wurde. Oder eine Stunde zu lange wach war am Vorabend. Vielleicht weil der Schlaf tiefer war als sonst, oder besser, oder schlechter. Auf jeden Fall ging es damit los. Emil und Ida, die immer sofort so widerwärtig wach sind, an meiner Decke zerren, darunter herum kraxeln und Dinge fordern. „Kann ich ein Wasser?“ „Kannst du bitte Seeräuber Moses weiterlesen?“

Ich kann es nicht. Ich kann schlafen. Ich möchte schlafen. Ich mag schlafen.

Ich mache mir einen Kaffee und ich bin ungeduldig und irgendetwas stimmt nicht. Ida sagt, heute soll ich aber die ganze Zeit mit im Kindergarten bleiben. Natürlich tue ich das. Es ist erst ihr zweiter Tag in der Eingewöhnung. Aber ich muss unbedingt etwas zur Post bringen. Und eine Überweisung machen sonst bekommen wir den Bus nicht. Den, den wir seit sechs Monaten gesucht haben. Zwischen arbeiten, arbeiten, arbeiten und allem anderen. Eigentlich nur arbeiten. Und Haushalt. Und Lesungen. Und Sozialleben. Und Pauls Habilitation.

Immer stossen sie alles um. Warum? Warum können sie nicht still neben mir im Bett liegen und sich Bücher ansehen. Ich soll vorlesen. Ida hört nicht zu. Sie blättert ständig weiter. Emil wird wütend. Ich verschütte meinen Kaffee im Streit. Die Bettdecke ist nass.

Der Prozess nimmt seinen Lauf. Ganz dünnes Eis. In mir ist etwas zerbrochen und ständig sickert böse Flüssigkeit hindurch. Bis in mein Gehirn. Und in meinen Bauch, dort äußert sie sich als Wut. Ich weiß nicht woher sie kommt. Ich platze vor Ungeduld. Ich mag den Tag nicht, dabei hat er gerade erst angefangen.

Ich traue mich nicht mehr meine Emails zu lesen. Seit vier Tagen habe ich kaum gearbeitet. Ich weiß, dass sie da irgendwo lauern, diese Mails, in denen Wörter wie „Abgabetermin“ drin vorkommen. Oder Fragen, all diese Fragen. Wo sind unsere Bilder? Wann kann ich mit den Bildern rechnen? Ich kann mit Kritik nicht so gut umgehen, aber schon gar nicht mit berechtigter. Dann schäme ich mich. Ja, hier sind sie, die ganzen Bilder. Unbearbeitet, alle nur halb fertig. Nichts habe ich geschafft. Zwei Kinder, Besuch aus Kanada, ständig aufräumen, aufräumen, aufräumen. Wie ich das langsam hasse.

Nicht mein Tag heute.

IMG_2631Während der ersten Woche Eingewöhnung gehen Emil und Ida erst um zehn in den Kindergarten. Ich räume auf. Frühstück raus, Frühstück wieder rein, Geschirrspüler aus, wieder ein. Unter meinen nackten Füßen sammeln sich Krümel und Katzenfutter. Ich räume in einem Zimmer auf und steige dann über das Chaos im Flur. Am liebsten würde ich alles nehmen was ich tragen kann und es noch dazu schmeißen. Aus Wut. Und Frustration. Nie nimmt das ein Ende. Wie machen andere Familien das denn? Wieso sitzen die zwischendurch im Garten herum, trinken Kaffee und starren in den Himmel? Ich räume Wäschehaufen zusammen. Und finde Kinderzahnbürsten die hinters Klo gefallen sind. Und wir haben eine Waschküche, juchuh, die liebe ich. Aber da stehen Körbe voller Wäsche. Das Bügeleisen ist kaputt. Ich müsste ein neues kaufen, weiß aber nicht wann. Ich bügel so gut wie gar nichts. Aber innerhalb von Wochen sammelt sich dann doch ein ganzer Korb.

Ich habe nichts mehr anzuziehen und wühle mich durch die Wäscheberge. Ich mag diesen verdammten doofen Tag nicht.

Ida fährt mit dem Laufrad durch die Wohnung. Der ganze Flur legt voller Holz. Riesige Holzlatten. Weil wir die Terrasse erweitern wollten. Aber dann hat das jemand gesehen, wie wir das ganze Holz hineingeschleppt haben, und angemerkt, dass wir selbstverständlich NICHT bauen können ohne einen Antrag gestellt zu haben. An die Hausverwaltung. Die leitet es weiter an die Wohneigentümer Gemeinschaft. Das kann Wochen dauern. So lange liegt das Holz hier.

Ich hasse das Holz.

Emil schreit wegen irgendetwas total rum. Ich bin die ganze Zeit zwischen heulen und Wut hin- und hergerissen. Erst mal mache ich gar nichts. Eigentlich dachte ich, Paul würde vor zehn Uhr vom Nachtdienst zurück sein. Ist er aber nicht. Er wollte Brot mitbringen. Aber gut, wer braucht schon Brot? Die Küche ist auf Grund des Chaos ja ohnehin schwer zu erreichen.

Emil schreit, er könne auch alleine in den Kindergarten gehen. Er wisse den Weg! Er knallt die Wohnungstür und die Haustür. Wie reagiere ich bloß, wenn er das jetzt wirklich macht. Im Kindergarten laut herumschreien? Heulen? Ihn packen? Als Ida und ich raus gehen steht er zum Glück noch auf dem Gehweg.

Im Vorgarten liegt so viel scheiß herum, denke ich beim Vorbeigehen. Der könnte so schön sein. Aber wann soll ich das machen? Wann machen andere Menschen das? Jetzt ist er bepflanzt und überall stehen noch die Kisten und Kästen mit dem herausgerupften Unkraut. Und den blöden Zigarettenschachteln die jeder Hans und Franz in unseren Garten schmeißt. Brauche ich einen ordentlichen Vorgarten? Das klingt ja schon so dermaßen spießig, dass ich das nicht will. Da wächst ja eh alles durcheinander. Aber Müll soll trotzdem nicht dazwischen stehen.

Ich muss nicht bei der Eingewöhnung bleiben. Ida will, dass ich gehe. Ich fahre zur Post, zur Bank, zum Einkaufen. Zuhause falle ich über herumliegende Schuhe. Ich sitze kurz auf dem Fußboden und verzweifle. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Also doch die Mails lesen. Augen zu und durch.IMG_2756

Um eins hole ich Ida ab. Emil sagt, er wolle auch mit. Hundert Mal sage ich: Ich hole dich in einer Stunde. Emil heult. Und bockt. Ich bin so kurz vorm heulen. Ich würde mich so gerne einsperren. Ganz allein sein. Unter einer Decke. Wann war ich eigentlich das letzte Mal so richtig mit mir allein? Nur mit mir. Ohne Haushalt. Ohne Waschmaschinen und Geschirrspüler, ohne Staubsauger und ausgekippte Lego Kisten, ohne Job, ohne diese andauernde Lärmkulisse der parallel sprechenden Kinder? Ich erinnere mich nicht.

Ich besuche eine meiner liebsten Freundinnen. Das erste Mal seitdem sie ihr Baby hat. Seit mehr als zwei Wochen. Und sie wohnt nur ein paar Straßen weiter. Ich habe es vorher nicht geschafft. Wenn ich ganz ehrlich bin schaffe ich es heute auch nicht. Emil und Ida wühlen über die Sofas. Ich würde mich so gerne freuen. Und ihr Zuhören. Und das entzückende kleine Wesen ansehen. Aber ich höre nur die kleinen Stimmen meiner Kinder und vor allem meine die ständig sagt: „Jetzt hört doch mal auf hier rumzuwühlen!“ Ich finde mich selber gerade so unsagbar ätzend, dass es die Situation noch um ein vielfaches potenziert.

Wir fahren mit dem Rad zurück, ich bin unglaublich genervt, dass Emil sich nicht an den Weg erinnert, dabei ist das unsagbar anmassend, aber ich will heute nicht fair sein. Und nicht nett. Ich bin einfach nicht nett. Sondern wütend. Und ich weiß nicht warum.

Zuhause schicke ich sie weg. Ich will allein sein. Ich will dasitzen und das Chaos ansehen. Und mich schlecht fühlen für all die unbeantworteten Mails. Und das ich Aufträge seit (Achtung!) Weihnachten noch nicht fertig habe. Keine wichtigen. Aber Dinge, die ich mal zugesagt habe. Vor Monaten.

Wir fahren zurück zum Kindergarten um Emils Freund Leo abzuholen, mit dem er den Forscherkurs zusammen macht. Ida schläft im Auto ein. Ganz toll, ganz super toll, und jetzt? Ich lasse sie im Auto. Parke wer weiß wo. Wir sind eine halbe Stunde zu früh. Die Jungs kann ich nicht allein lassen, aber Ida ist jetzt allein. Ich bin wie auf Kohlen. Das andauernde Rumgerenne der Jungs nervt mich tierisch. Ich lasse sie fünf Minuten alleine und renne zurück zum Auto. Ida ist wach. Ich schäme mich noch mehr.

Zuhause merke ich was ich alles vergessen habe einzukaufen. Morgen ist Feiertag. Ich sitze in der Küche auf dem Boden und schiebe Krümel hin und her.

Ich lasse die Kinder Zuhause und fahre zum nächsten Supermarkt. Es ist tierisch voll. Ich bin schon wieder furchtbar ungeduldig. Ich verspüre den unglaublichen Drang die Menschen vor mir zu schubsen. Als ich nach Hause komme sitzen die Kinder immer noch brav vor ihren Broten.

Ich bin so müde und genervt. Und ich finde den Anfang des Prozesses nicht. Ich finde den Auslöser nicht. Ich räume auf und schicke die Kinder ins Bett. Emil schreit und wütet. Das würde ich auch gerne. Ich steige über das Holz im Flur und schmeiße herumliegende Kleidungsstücke auf den Boden in die Waschküche.

Morgen ist Feiertag.

Fühlt sich gerade gar nicht so an.

Aber zum Glück weiß ich, dass neue Tage sich wieder ganz anders anfühlen können. Darauf hoffe ich.

 

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51 thoughts

  1. Oh ja, solche Tage kenne ich auch nur zu gut… Ich fürchte, da kann man nichts wirklich hilfreiches sagen. Außer: Ich habe auch keine Ahnung, wann die anderen ihre Wohnungen hübsch und jahreszeitlich dekorieren, warum bei ihnen die Fußböden immer sauber sind und kein Staub liegt… Halt durch, neue Tage werden oft besser. 🙂
    Aufbauende Grüße, Becky

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      1. Ja, das erklärt wirklich einiges. 😉
        Wie gesagt, ich kenne solche Tage und da hilft wohl nur Augen zu und durch und zwischendurch immer mal ordentlich auf die Zähne beißen, damit man nicht alles rauslässt, was man grad sagen / schreien / … möchte… Wie immer ist das leichter gesagt, als getan.

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    1. Oh Julia, vielen Dank für deinen Kommentar! Jetzt fühle ich mich sehr geehrt und gehe mit einem guten Gefühl ins Bett. Morgen wird ein schöner Tag. Das weiß ich. Ich werde davon berichten! Liebe Grüße, Miri

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  2. Ach Mensch, wie treffend du das beschrieben hast. Diese miesen Tage gehören einfach dazu und sie sind so überflüssig. Ich hasse mich dann auch selber und es tut mir auch leid, wenn ich dann so unfair zu den Kindern bin. Aber wir sind eben alle nur Menschen.
    Genauso gibt es ja auch Tage, wo alles so leicht fällt, sogar das Putzen, dieser ewige Syssiphos-Haushalt.
    Manchmal schlägt alles über einem zusammen – die viele Arbeit, nölige Kinder, wenig Schlaf und – bei mir auch immer gerne- die Hormone😉
    Ruh dich schön aus und hab hoffentlich einen schönen Feiertag mit Sekt zum Frühstück.
    Ich liebe deine Texte.
    Glg Elli

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  3. ♡♡♡♡ Danke das Du (mal wieder) Dinge und Gefühle auf schreibst so oft hast du Worte in Deinen Texten wo mir die Worte fehlen. Morgen ist Feiertag :)♡

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  4. Hier eine andere Julia wieder 😉 Bitte weiterschreiben, genau so, es gibt solche Tage, wo einfach alles falsch läuft und alles anstrengt. Furchtbar. Ich war letztens immerhin 48 Std. ohne Kinder (bei einer Beerdigung, aber trotzdem, es war grandios!). Und morgen ist Feiertag und am Freitag hat unsere Kita zu und ich bin 4 Tage alleine mit den Kindern. Himmel, schick mir Nerven, alles zu überstehen! 🙂

    DANKE!

    Liebe Grüße,

    Julia

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    1. Liebe Julia, ich hoffe die vier Tage haben sich als fröhliches Chaos entpuppt und nicht als Stress. Manchmal sind es ja gerade die Tage, die einem so bevorstehen die, die am Ende die entspanntesten waren (so wie die Parties, auf die man keine Lust hatte, später meistens die besten waren. Aber das mit den Parties ist ja schon lange her… :))

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  5. Ja… genauso. Oder so ähnlich. Und einfach mal kurz ganz kurz allein allein allein sein dürfen. Sich selber kurz in Ruhe total doof finden dürfen. Schreien. Schlafen. Und sich an einem der guten Tage wundern, warum es gestern anders war.
    Alles Liebe, es gehört wohl dazu?
    Mo

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    1. Mal alleine irgendwo schreien ist tatsächlich total unterbewertet. Ich würde das manchmal ganz gerne. Aber in der Stadt bietet sich das nicht an.Aber mit dem Wundern hast du recht. Das Gute ist aber, dass man am nächsten Tag nicht nur verwundert ist, sondern auch noch denkt: jetzt mache ich aber alles besser, entspannter und natürlich im Umgang viel besser mit den Kindern. Und schwups wird es ein guter Tag! 🙂

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  6. Diese Wut. Diese Traurigkeit. Dieses Ausgeliefertsein. Obwohl man weiss, dass (fast) alles gut und schön ist. Und trotzdem nicht anders fühlen kann im Moment.
    Selten habe ich mich so wiedererkannt in einem Text. Hab ganz vielen Dank dafür.
    Martina

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    1. Liebe Martina, es ist mindestens genauso schön zu hören, dass man nicht alleine ist. Und das es manchmal auch ganz gut tut, diesen ganzen Kreis aus „wir machen immer alles richtig und schön und sind nie genervt“ zu durchbrechen. Ohne dass einem dann jemand unter die Nase hält, dass man eine schlechte Mutter sei. Liebe Grüße, Miriam

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  7. Ich bin keine Mutter, trotzdem kann ich nachvollziehen, wie anstrengend Kinder sein können.
    Dieser Text ist sehr ehrlich und ich hoffe, er hilft dir, all diese Traurigkeit und diese Wut hierzulassen und den heutigen Tag als das beginnen lassen, was es ist – ein neuer Tag, eine neue Seite…
    Viel Kraft wünsche ich Dir!

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    1. Liebe Mieze, auf den wirklich schrecklich doofen Tag folgten bereits wieder wahnsinnig schöne. Und ich erinnere mich sogar, dass ich diese Tage auch aus der zeit ohne Kinder kenne. Sie laufen einfach schief. Sie fühlen sich doof an. man kann gar nichts dagegen tun. Mit Kindern ist es natürlich noch schlimmer, weil man seinen ganzen Unmut an ihnen aus lässt und sich dann noch mehr schämt. Aber auf schlechte Tage folgen gute, und die weiß man dann besonders zu schätzen! Liebe Grüße,
      Miriam

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  8. Hallo 🙂

    Ich hab noch gar keine Kinder, aber ich les deine Texte trotzdem unglaublich gern und freu mich immer wenn es was Neues gibt! Du machst das alles so wie ich es machen wollen würde, wobei ich nicht weiß ob ich deine Geduld hätte 😀

    Aber ich erkenne mich da so oft wieder. Diese Ansprüche an sich selbst und das Problem, dass man sein Inneres immer mit dem Äußeren von Anderen vergleicht und denkt, was machen die anders, warum kriegen die das jongliert und ich nicht… dabei weiß man ja gar nicht, was bei denen wirklich los ist.

    Und ja, diese Tage an denen man non stop so unterschwellig pissig ist und man sich selber nicht erträgt und doch nicht aufhören kann… aber ganz ehrlich, bei dem was du alles mehr oder weniger allein hinbekommst – plus zusätzliche Projekte wie Betten bauen und Bullis suchen und über Terassenholz klettern – ist es eher bewundernswert, dass du an den meisten Tagen mit einem ganz anderen Gefühl durchs Leben gehst. Du meisterst das doch alles großartig!!! Ich hoffe in der schönsten Stadt Deutschlands scheint heut auch so schön die Sonne wie bei uns im Pott und das heut alles besser ist 😉

    Ich weiß nicht ob dir das hilft, aber bei mir ist diese Laune oft „futterbedingt“ – ich vertrage manche Lebensmittel einfach nicht gut. Das hat aber echt lange gedauert bis ich da einen Zusammenhang bemerkt hab… Tomaten sind ein Beispiel, wenn ich zu viel Tomaten bzw. Tomatenmark esse entzündet sich nicht nur meine Haut und meine Mandeln sondern auch meine Laune. Ich vermute mal, das letzte was du brauchst ist noch ein Projekt 😉 Aber vielleicht fällt dir ja irgendwie ein roter Faden auf, wenn du dich mal wieder unerklärlich so fühlst… ich fand das irgendwie gut das zu wissen, weil ein Teil von mir auch immer dachte, dass das gar nicht ICH bin weil sich das auch nicht wie ich anfühlte, einfach irgendwie fremd und ferngesteuert. Es ist seitdem sehr selten geworden, aber wenn es dann doch mal wieder passiert weiß ich zumindest, dass mein Umfeld eigentlich wenig damit zu tun hat und kann auch besser gegensteuern…

    Liebe Grüße
    Katrin

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    1. Liebe Katrin, ich hoffe das mit den Lebensmitteln bezieht sich bei mir nicht auf Schokolade. Das wäre dann mein Ende! Die Erkenntnis an sich finde ich aber total spannend. Und ich habe mich auch daran erinnert, dass ich diese Tage auch noch aus der Vor-Kinder-Ära kenne. manchmal ist das einfach so. Man kann auch gar nicht erklären warum. Nur doof, wenn dann die Kinder darunter leiden. Aber: Wir haben den gewünschten Bus nun endlich gefunden und sind die letzten Tage einfach so, ohne Plan damit herum gefahren. Und das hat so gut getan. Ohne Handy, ohne Laptop. Nur wir, ein Baguette, ein bisschen Wein und bis in die Dunkelheit am Strand spielende Kinder. Wahnsinnig toll. Wir konnten wir nur vorher ohne leben? Und im Bus herrscht im übrigens zwischendurch auch Chaos. Und keiner ist genervt. Denn eigentlich ist das Leben ganz schön toll! Über das Terrassenholz steigen wir aber immer noch….
      Liebe Grüße, hier war Sonne aber ab heute ist es wieder extrem kalt!

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    1. Oh nein, das würde ja implizieren, noch mehr das zu tun was einem keinen Spaß macht und noch weniger dass, was man liebt! Ich glaube, das ist keine Lösung. Viel besser ist es, sich wieder ein bisschen in Gelassenheit zu üben und mehr die Dinge zu tun, die wirklich wichtig sind. Zeit mit den Kindern. Zeit für sich. Und dann eben doch mal über Wäscheberge steigen. An den meisten tagen funktioniert das ganz gut. Liebe Grüße!

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  9. Hallo und danke!

    heute ist Feiertag und wir waren noch nicht draußen, die Stimmung ist schlecht.
    ich finde mich in so vielen Worten wieder. Dieses ewige Chaos, dieses Aufräumen, diese Wäsche. Ich bin oft so genervt. und ich weiß auch nicht, wo es angefangen hat.
    Wir haben eine Putzfee. Sie kommt einmal in der Woche. Sie bügelt die Hemden. Sie macht sauber. Es ist toll.

    Immer gleich zu wissen, dass man anders hätte reagieren sollten, so geht es mir gefühlte 100x täglich. das ist ein verdammt schlechtes Gefühl.

    Heute kann nur besser werden 🙂

    LG

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  10. Eine Putzfrau? Auch nicht schlecht!
    Ich denke die Personen bei denen wir uns manchmal fragen wie sie das schaffen alles so sauber zu halten räumen auch extra lange auf bevor man sie besucht 😁

    Meine Kids sind noch zu Hause und aufräumen und putzen geht ausschließlich mit Kindern mittendrin. Ist auch sehr abenteuerlich.

    Schön geschrieben. Solche Tage gibt es leider und wie schon an anderer Stelle geschrieben, meistens steht man sich leider wirklich selber im Weg.
    Da hilft es nur noch durchzuhalten und meistens wird der nächste Tag dafür umso schöner 💞

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    1. Zum Glück waren die folgenden alle schön. Manchmal passiert es einfach und man kann es nicht mehr ändern. Die Wut ist so präsent! Nur früher konnte man sich einfach zurück ziehen. Heute ist man eben automatisch zu dritt. Da bedarf es einer Menge Disziplin die Wut nicht durch zu lassen. ich hab die leider nicht 🙂

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  11. Kann nicht einfach auf „gefällt mir“ drücken, auch wenn ich den Text mag, weil ich die Situation so unerträglich finde. Ich weiß, dass das die Realität ist und drücke dir die Daumen, dass du Zeit für dich bekommst (und sei es, wenn der Haushalt so ist wie er ist). Kein Stress wegen Brot, Kinder essen auch nackte Nudeln.
    Viele Grüße
    Ilka

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  12. Endlich hat es mal Eine aufgeschrieben. Respekt für deine Fähigkeit Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Das hilft bestimmt. Das und eine Privatwäscherei!
    Die hätte ich nämlich auch gern.

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  13. Ich kann diese Gefühle, die Wut im Bauch und die Verzweiflung über die nie enden wollenden Aufgaben gut nachvollziehen. Dazu kommt die Müdigkeit, die alles zusätzliche schwierig macht. Ich denke aber sofort: es liegt nicht an den Kindern. Es liegt an uns Erwachsenen, die den Anspruch haben, neben der Begleitung zweier kleiner wunderbarer Kinder noch arbeiten zu müssen, die perfekte Partnerin zu sein, den Haushalt tip top führen und für Freunde da sein zu müssen,… eine Endlos-Liste. Warum wollen wir das eigentlich alles? Damit wir uns und anderen zeigen, wie großartig wir sind? Damit unser Leben „perfekt“ ist bzw. scheint? Ich möchte dies alles im Grunde alles auch, und vieles davon tue ich. Aber am Ende des Tages sind wir einfach nicht gemacht dafür, ein Leben in dermaßen hohem Tempo und mit so unglaublich vielen Aufgaben zu leben. Wo bleibt die Zeit für die Liebe, für die aufmerksame Beobachtung unserer Kinder, für Inspirations-Raum? Warum entscheiden wir uns denn nicht einfach dazu, die Bewunderung für unsere Arbeit vorübergehend aufzugeben und stattdessen mit ganzem Herzen Mutter zu sein – nur für die ersten Jahre, in denen die Kinder unsere Unterstützung so sehr benötigen, damit sie sich selbst aufbauen können im Rahmen einer friedlichen Atmosphäre? Wenn die Kinder die durch die (für sie selbst wie auch für uns als Eltern) schwierigsten Phasen hindurch sind, können wir fleißig weiter arbeiten und wieder viel für uns selbst tun. Ich glaube, dass wir in den ersten Jahren am meisten für uns selbst tun, für unser Wohlbefinden und unseren inneren Frieden, wenn wir anerkennen, dass Familie in diesem Sinne gedacht ist. Wir tun uns selber damit für jetzt und für später einen riesigen Gefallen.

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    1. Hallo Karina, Antworten auf die Frage „Warum entscheiden wir uns denn nicht einfach dazu, die Bewunderung für unsere Arbeit aufzugeben und stattdessen etc.“ könnten sein: weil es nicht geht??! Weil Arbeit AUCH Spaß macht, weil es sein muss, weil zB. eine Selbständigkeit nicht einfach wieder aufgegeben werden kann, weil man auf beide Verdienste angewiesen ist, weil man auch mit ganzem Herzen Mutter sein kann und auch arbeiten will?
      Ich bin auch sehr gegen Perfektion, ob unterm Sofa oder woanders, aber auch dafür, über gelegentliche Überforderung motzen zu dürfen.

      LG, Julia

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  14. Ich lese zwar heute erst diesen Artikel, aber ich kenne diese Tage nur zu gut. Heute ist zum Beispiel einer davon. Mein Mann ist arbeiten, die Küche explodiert vor Unordnung und Dreck fast, überall ist Spielzeug verteilt, der Wäschehaufen ist zwar gewaschen und aufgefaltet, stapelt sich aber im Schlafzimmer (mal eben schnell weggeräumt, als Besuch kam) und droht umzukippen, weil ständig jemand was daraus zieht. Und ich lese gerade deinen Artikel und trinke Tee, die Kinder schlafen gerade. Ich genieße einfach mal kurz die Ruhe in diesem Chaos. Und gleich fange ich mit Aufräumen an, ganz bestimmt 😉

    Ein schönes Wochenende und viele Grüße aus dem Sauerland 🙂

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    1. Liebe Jenna, hier ist es auch wieder (einigermassen) aufgeräumt. Aber es tut so gut zu hören, dass es nahezu allen so geht. Das jeder den ganzen Tag versucht alles gut und besser zu machen. Und man darf ja auch nicht vergessen, dass aufräumen und putzen nur eine von all den vielen Aufgaben ist, die wir als Mütter jeden Tag so erledigen. Ohne Wochenende. Ohne Pausen. Ich glaube, wir machen das verdammt gut. Und dann fällt halt mal ein Wäscheberg um 🙂

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  15. Oh, das kenne ich. Wir haben zwar Hilfe im Haushalt, aber trotzdem gibt es Tage, wo ich die ständigen Forderungen von zwei Kindern und der Arbeit nicht ertrage, obwohl der Tag eigentlich noch nicht angefangen hat. Und die Putzhilfe kommt ja auch „nur“ einmal die Woche und räumen, räumen, räumen muss man sowieso. Und gestern war Feiertag und da wäre sie sonst gekommen, also noch eine Woche Dreck… Wenn die Abwärtsspirale einmal läuft, kann ich mir nur beim Meckern und Unfairsein zugucken und mich dafür in Grund und Boden schämen und auf den nächsten Tag warten. Gut zu wissen, dass die anderen auch nicht perfekt sind. Oft kommt es mir so vor, als sei ich die einzige genervteste Mutter der Welt. Liebe Grüße!

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    1. Liebe Nele, das bist du bestimmt nicht! Du glaubst gar nicht wie viele Mütter mir direkt geschrieben haben: Ach und ich dachte ICH wäre die genervteste Mutter der Welt! Ich glaube, genervt sein hat auch sein Gutes. Man weiß auch die vielen, vielen tage und Stunden in denen man glücklich ist so gut zu schätzen, weil man sie nicht als ganz selbstverständlich hinnimmt. Wir machen als Mütter einfach eine wahnsinnig anspruchsvolle Aufgabe, und Waschen, Aufräumen etc. ist ja nur der kleinste Teil davon. Alles andere, was wir an Gefühlen, Zeit, Zuneigung etc. investieren ist so viel wichtiger. Aber wenn der kleine Teil des Aufräumens dann mal schief läuft, dann darf man aufreden Fall genervt sein. Auch mal die genervteste Mama der Welt! 🙂

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  16. Ich denke, manchmal muss man ehrlich zu sich sein und vielleicht reicht die Betreuungszeit der Kinder nicht aus? Bis 13 Uhr würde ich auch nichts hinkriegen. Und von Quality Time kann man auch nicht sprechen, wenn Mama immer gestresst oder am Aufräumen ist. Qualität statt Quantität!

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    1. Liebe Tinka, Ida wird um eins abgeholt, weil sie erst seit drei Tagen im Kindergarten ist und noch in der Eingewöhnung (steht auch im Text). Die Kinder haben den Patz bis vier, ich hole sie aber oft eher, gerade weil ich die Zeit mit ihnen liebe. Ich glaube, wer den BLOG liest weiß das auch. Und ehrlich gesagt: Mehr Haushalt statt mehr bloggen impliziert für mich, noch mehr Haushalt und noch weniger das tun, was ich liebe. Das wäre ja dann wirklich kontraproduktiv! Es geht ja gerade darum, dass wir uns vom Haushalt, vom ständigen Trott des Aufräumens nicht unterkriegen lassen sollen, sondern statt dessen viel mehr die Dinge Tun die wir lieben! Denn darum geht es ja im Leben – und nicht um die ordentliche Wohnung. Im Text geht es doch darum zu hinterfragen, warum wir uns von all dem so nerven lassen, obwohl das Leben mit Kindern doch eigentlich wahnsinnig schön ist. Ich empfinde das zumindest so!

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  17. Du weisst nicht wie gut das tut, mal zu lesen das es anderen in der Hinsicht genau so geht. Ich glaub solche frustigen Tage hat jeder mal.Ich habe versucht mir anzugewöhnen etwas gelassener zu bleiben, klappt zwar noch nicht immer, aber mittlerweile kann ich mich auch einfach mal mit meinen Kids in den Garten setzen , einen schönen Kaffee mit der Nachbarin trinken und das Chaos drumherum einfach mal beiseite schieben und einfach nicht dran denken was noch erledigt werden muss. Morgen ist schliesslich auch noch ein Tag und die andern können ja auch mal machen. 🙂

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    1. Zum Glück kann ich das an den meisten Tagen auch. Aber manchmal häuft es sich so und dann drehe ich durch. Heute habe ich einfach mal einen Tag nicht gearbeitet und ganz in Ruhe aufgeräumt. Mit Kaffee und Musik. Jetzt ist es wieder „schön“ und das fühlt sich auch gut an. Arbeiten muss ich dann heute Abend – aber an einem ordentlichen Schreibtisch in einem schönen Arbeitszimmer. Das tut ja auch mal ganz gut!

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  18. Ich verstehe dich. Zutiefst. Auch bei mir wütet das chaos. Und ich habe auch keine Putzfrau. Aber ganz ehrlich, mich stört das schon lange nicht mehr. Ich tue was ich kann, und solange mir mein haushalt nicht winkend entgegen kommt find ichs echt nicht mehr schlimm. Gesaugt wird einmal die woche, gewischt eher seltener… die wäsche macht hauptsächlich mein mann, das zusammen legen ich. Bügeln?! 😂 ich bitte dich, braucht kein mensch. Stress dich doch nicht so und lass das chaos chaos sein, und wer sich dran stört kanns ja gerne beseitigen.

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    1. Meistens klappt das auch. Und manchmal – so wie heute – arbeite ich einfach einen ganzen Vormittag nicht und räume ganz in Ruhe auf. Mit Kaffee und guter Musik. Und dann freue ich mich auch, dass es (kurz) mal wieder gut aussieht 🙂

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  19. Du schreibst mir so aus der Seele. Und ich denke ich bin immer allein damit.
    Meine Hebamme meinte letztens zu mir das sie alleine Urlaub macht. Ohne Mann und Kind. Und dafür wird sie verurteilt im Freundeskreis.
    Ich meinte zu ihr ich würde sofort allein 1 Woche Urlaub machen. 😀

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    1. Ich hätte früher auch nicht gedacht, dass ich mich danach sehne. Aber manchmal muss ich für Fotoaufträge ganze Wochenenden weg. Und dann genieße ich das. Auch wenn ich arbeite. Und wenn sich die zeit alleine dem Ende nähert, dann platze ich vor Wiedersehensfreude. Und das bringt ganz viel Kraft zurück in die Familie!

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  20. So war es in etwa bei uns auch. Inzwischen sind die Jungs 10 und 13 Jahre.
    Es wird anders – besser. DIe Wohnung ist aufgeräumt, das Thema ist Vergangenheit. Ich kann mich noch so gut an diese unglaubliche Müdigkeit und die Wut erinnern. Der Boden ist jetzt sauber, alles ist gewaschen und weggebügelt. Present ist die Pupertät und das Streiten der Kinder. Jeden Tag!!!! Es wird anders 😉

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