Es geht doch nichts über gute Planung

IMG_5063Es ist total simpel, ein Buch zu schreiben, als Fotografin zu arbeiten, einen Blog zu betreiben, Lesungen zu organisieren und mit einem Arzt verheiratet zu sein. Es Bedarf nur etwas Planung.

Das sieht so aus: Am 6. April lese ich in Oerlinghausen. Das sind zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück. Die Kinder gehen in den Kindergarten. „Kein Problem,“ sagt Paul. „Ich mache Übergabe um kurz vor drei und dann setze ich mich aufs Fahrrad und fahre von der Klinik in Stadtteil a) und hole Ida ab und dann in Stadtteil b) und hole Emil ab und das ganze schaffe ich locker bis 16:00 Uhr.“ Super, denke ich. Das hatte ja letztes mal auch ganz toll geklappt, als Paul die Kinder bei Gretas Mama abholen sollte, weil ich für einen Fototermin in Lüneburg war und Paul konstatierte: „Ha! Um fünfzehn Uhr sitze ich auf dem Rad und fahre wie der Blitz zu Gretas Mama. Das klappt!“ Und als ich ihn um viertel vor vier anrief um zu fragen, ob alles geklappt hat, sagte Paul: „…ich bin quasi in der Umkleidekabine….“ (Quasi heißt bei Ärzten sowas wie: Ich plane, mich auch demnächst irgendwann umzuziehen).

Paul schafft es also die Kinder pünktlich abzuholen, bevor um 16:00 in beiden Kindergärten das Licht ausgemacht wird. Ich bin so gespannt!

Am 18. lese ich in Frankfurt, am 19. lese ich in Flörsheim bei Frankfurt. Meine Eltern nehmen die Kinder. Unser Zug geht aber schon um neun. Das findet meine Mama zu Recht sehr früh um die Kinder entgegen zu nehmen. Schließlich muss sie erst mal über eine Stunde nach Hamburg fahren. „Kein Problem,“ sage ich. „Ich bring einfach Emil in Stadtteil a) in den Kindergarten und Ida in Stadtteil b) und schaffe es dann noch um neun in den Zug zu steigen. Dann holst du sie einfach in Stadtteil a) und Stadtteil b) wieder ab.“ Innerlich sagt meine Mama gerade „Yippie“, oder so etwas ähnliches.

Paul kommt auch mit nach Frankfurt. Der muss aber am Mittwoch zum Spätdienst wieder in Hamburg in der Klinik sein. Kein Problem. Gut, Auto geht dann nicht. Über fünf Stunden Fahrt, ein einziger Stau und pünktlich in der Klinik sein wird nichts mehr. Also Bahn fahren. Da kann man viel lesen, freut sich Paul. Nur dass wir morgens gegen fünf Uhr wieder aufstehen müssen um den Zug zurück zu bekommen, damit Paul pünktlich in weiß gekleidet wieder auf Station steht. „Früh aufstehen kann ja auch ganz schön sein,“ sagt Paul. Yippie, denke ich innerlich. Ach ja, und wo sind dann die Kinder? Ach ja, bei Oma und Opa, die muss ich dann Mittags noch schnell abholen. Also aus dem Zug ins Auto gestiegen, eineinhalb Stunden aufs Land fahren, Kinder wieder in die Arme schließen. Ist doch ganz einfach!

Am 20. August hab ich einen wirklich wichtigen Fototermin in Hamburg. Am 21. August sind wir auf einer Taufe in Athen. Passt doch, denke ich. Passt doch nie und nimmer, denkt Paul. Wann sollen wir denn dann fliegen. Nachts? Ich arbeite so bis 22 Uhr, dann packen wir die Kinder ins Taxi, fahren zum Flughafen, fliegen nach Athen, kommen da mitten in der Nacht an und stehen am morgen frisch wie der Sommer auf der Taufe. Na gut, vielleicht doch nicht so eine gute Idee.

Paul und ich sitzen zumindest gerade in getrennten Arbeitszimmern und rufen uns durch den Flur einen Schwall von Daten, Terminen und Planungen zu. „Lustig,“ grinste Paul. „Wie machen das denn andere Leute?“ Ich glaube, das sieht überall ähnlich aus, denke ich.

 

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5 thoughts

  1. Das kennen wir:) jeden Sonntag Abend planen wir. Ist jetzt noch krasser geworden seit die Große in der Schule ist. Und dann: Essensbestellungen in Schule und Kita, Bestellung im Biolieferservice, Einkaufsliste, Oma anrufen wann sie wie kann usw. Irre.

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