From Buttermilk Falls to Niagara

IMG_3487Wenn man reist hält man da an, wo es einem gefällt. Wir halten gleich morgens bei den Buttermilk Falls in Ithaca. Die Wasserfälle sind klein, kaum Wasser käpmft sich die steilen Felswände hinab. Aber unten befindet sich ein Becken mit glasklarem Wasser und der deutlichen Einladung, man möge hier bitte schwimmen. Gesäumt von leicht herbstlich gefärbten Bäumen liegt dieses kleine Badaparadies, halb von der Natur geschaffen und halb vom Menschen, am Fuße des Felsens.

Es ist noch kühl, so früh am morgen, aber Emil streckt seine nackten Füße ins Wasser umd erfreut sich an der Kälte. Ida entdeckt einen toten Fisch. Während Emil sich mehr für die lebendigen interessiert, die in dem klaren Wasser gut zu sehen sind, hockt Ida bei dem schillernden Leib des toten Lebewesens und konsterniert: „Tot. Oder schläft kurz.“

Wir entscheiden uns für „schläft kurz“.

An der Seite der Fälle führt eine Treppe den Hang hinauf. Emil rennt vor und erfreut sich an hektisch herumhuschenden Chipmunks. Was ist bloß der deutsche Ausdruck für Chipmunks?

Am Rande einer Mauer zieht sich eine Raupe kontinuierlich Schritt für Schritt vorwärts. Die Kinder staunen. Beobachten sie und flüstern. Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

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Die Ostküste, auch noch hier, weiter im Inneren des Staates New York, präsentiert sich als herbstlich warmes Land, mit weißen Holzhäusern, auf deren einladenenden Veranden sich die Kürbiss reihen. Die Kirchen stehen im warmen Licht der Sonne, gesäumt von den ersten sich färbenden Laubbäumen. Alles ist grün, hin und wieder wird die Farbe durchbrochen von großen, roten Holzscheunen. Kühe sieht man kaum. Hin und wieder ein Pferd und große Wälder.

Es ist ein Staat, der mehr Zeit für sich gebraucht hätte auf unserer Reise. Kleine Städte am Rande der Seen die einen beschaulichen Eindruck vermitteln. Sauber und aufgeräumt, aber nicht spießig. Auf ihre Art von einem liebevoll lädnlichem Charme umhüllt. An den kleinen Häfen liegen weiße Segelschiffe, die Wellen schlagen nur ganz seicht an das grüne, saftige Ufer.

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An den vereinzelten Höfen preisen Farmer ihre Äpfel an oder riesige Kürbisse. Und im Schein der Sonne färben die ersten Bäume sich rot und gelb und hüllen den Staat in ein warmes, buntes Kleid.

Wenn man reist, weiß man vieles erst hinterher. Wir wissen, wir lassen vieles ungesehen links liegen, weil wir nach Niagara wollen. Das wir weder Niagara noch Toronto zu schätzen wissen, werden wir erst hinterher wissen. Aber man kann sich auf Reisen nicht wirklich ärgern. Man kann die Dinge nur so nehmen, wie sie sind. Man kann sich sagen, hätten wir anders machen sollen, ist aber jetzt so. Und daraus lernen. Auch von den Kindern. Unsere letzte Reise hat uns 3000 km durchs Land geführt. Mit zwei kleinen Kindern die damals gerade drei und noch nicht mal eins waren. Daraus haben wir vieles gelernt. Aber nicht alles trifft auf eine Reise zu, mit Kindern die zwei und vier sind. Dinge ändern sich. Manches nehmen wir mit, manches verwerfen wir. Aber am Ende merken wir uns, die Buttermilk Falls, dieses kleine Rinnsaal Wasser, das sich im Schatten der Bäume am frühen morgen in Ithaca den Felsen hinunterkämpft hatte viel mehr Wertigkeit, als die riesigen Niagara Fälle, die wir noch am selben Tag gegen Abend gesehen haben. Oft ist es eben doch das kleine, das die Welt besonders macht.

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