Holpriger Start – Willkommen in New York

IMG_2131Es gibt Dinge, die mich unglaublich anspannen. Dazu gehört nicht das Reisen mit zwei Kleinkindern. Dazu gehören nicht die Wartezeiten am Flughafen und – auch wenn ich mir etwas lustigeres vorstellen könnte – nicht die neun Stunden vor Abflug, die wir noch bei strömendem Regen auf gepackten Koffern in Hamburg in der Wohnung gesessen haben.

Aber die Vorstellung, dass es einem von uns während einer Reise nicht gut geht – das belastet mich. Und diesmal traf es Emil. Vier mal hat er sich im Flieger übergeben, sah aus wie ein kleines weißes Gespenst. Hat vor Ohrenschmerzen geweint, hatte Bauchschmerzen und mochte nichts mehr, außer zu fragen, wann wir endlich landen. Knapp acht Stunden können einem sehr lang vorkommen.

Als wir um 23 Uhr Ortszeit New York erreichen ist Ida aufgedreht und Emil blss und müde. Vor der Immigration Schlange hängt eine elektronische Anzeigentafel. Bis zur Passkontrolle rechnen sie hier mit noch knapp 60 Minuten Wartezeit. Auf die Anzeigentafel scheint definitiv nicht viel Verlass zu sein. Nach knapp sechzig Minuten sind wir keinen Schritt weiter gekommen bis uns ein Officer rauswinkt. Wir und zwei andere Familien mit schreienden Kleinkindern dürfen in eine andere Schlange. Emil kotzt vor den Immigration Schalter. Wir haben keine Ersatzkleidung mehr, versuchen alles mit den restlichen verbliebenen Feuchttüchern aufzuwischen. Die Amerikaner interessiert das nicht. Keiner lässt uns vor. Emil leidet.

Nach 90 Minuten Wartezeit werden wir durchgewunken. Ahoi – wir sind in New York!

Der erste Taxi Fahrer bietet uns seine Fahrt zum Spottpreis von 85 Dollar an. Ich lache, Paul sagt, ihm ist gerade alles egal. Aber weil wir so viel Zeit auf der Flghafentoilette mit umziehen, waschen, etc. verbringen hat er alsbald keine Lust mehr auf uns zu warten. Der nächste fährt uns für 32 Dollar. Sieh mal einer an. „Hier würde ich Nachts nicht auf die Straße gehen,“ warnt er uns, als er uns vor unserem Appartment rauslässt. Wilkommen, in Bedford Stuyvesant!

IMG_2201Morgens um vier sind alle wieder wach. Alles fühlt sich nicht richtig an. Immerhin geht es Emil wieder gut. Die Laune ist aber gewöhnungsbedürftig. Wir haben kaum was zu essen. Nur noch ein paar Chips, Kekse und Waffeln. Alle haben das Bedürfnis nach etwas richtigem. Nur ich nicht. Emils Schicksal ereilt jetzt mich. Um fünf liege ich im Halbdunkel im Bett und fühle mich Elend. Die Reise steht noch nicht unter einem guten Stern. Vom ersten Einkaufsversuch kommen Paul und die Kinder unverrichteter Dinge zurück. Es hat noch nichts auf. Ich liege da und leide.

Mittags bekommt es Ida. Mir geht es wieder ein bisschen besser, aber die Laune ist fürchterlich. Bei allen. Ida schläft zum Glück ein und Emil benimmt sich unmöglich.

Wir machen uns auf den Weg Richtung Manhattan und schlagen uns mal mehr mal weniger gut durch den Tag. Um 17 Uhr gehen wir in Brooklyn etwas essen und finden auf einmal alles schön. Vielleicht haben wir ein bisschen gebraucht um wirklich anzukommen. Um 18:00 gehen wir alle ins Bett. Das mit der Zeitverschiebung müssen wir irgendwie noch ein bisschen besser hinkriegen….

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2 thoughts

  1. Ach verdammt, das ist doch echt Mist!!! So einen Urlaubsstart hätte ich euch nicht gewünscht 😁! Dann akklimatisiert euch erst einmal und spätestens heute Nacht um vier und nach einem ordentlichen Frühstück sieht die Welt schon ganz anders aus 😊!

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