Reiseroute 1: Von New York nach Kingston

Noch 8 Tage bis zum Abflug. Gut, Esta haben wir noch nicht, Reisepässe der Kinder sind auch noch nicht da, Koffer besitzen wir auch nicht. Aber immerhin: Die Reiseroute steht. Zumindest für die ersten zehn Tage. Denn Reiserouten erstellen macht auch viel mehr Spaß als Reisepässe in Bezirksämtern abholen oder drei Stunden in der Avis Warteschleife zu sein, weil man sonst nicht hinkriegt, ein Auto MIT Kindersitzen zu mieten.

Samstag Nacht werden wir New York erreichen. Paul und ich zum zweiten mal in unserem Leben, die Kinder zum ersten mal. Eine riesige Stadt, eine pulsierende, schöne, beeindruckende, manchmal auch erschreckende, erdrückende Stadt. Eine Stadt voller Dinge, die es zu entdecken gilt. Voller Abenteuer und Geschichten, voller Kunst, Kultur, Streetart und Architektur. Voll Schönem und Hässlichem. Hohem und noch Höherem. Gegen Mitternacht werden wir unsere Wohnung in Brooklyn erreicht haben und für unsere Körper und auch die der kleinen Menschen wird es gerade 5 Uhr morgens sein. Ich habe keine Ahnung, wie wir uns die ersten tage und Nächte so einpendeln. Als wir das letzte mal wirklich mit Zeitverschiebung geflogen sind, damals in den Oman mit Emil, kam es mir erstaunlich einfach vor. Aber jetzt frage ich mich: Was macht man bloß um Mitternacht in Brooklyn, wenn beide Kinder hellwach sind?

Nach fünf Tagen in New York werden wir die volle, laute, aufregende, bunte Metropole verlassen und machen uns auf den Weg nach Ithaca. Wie wir unsere Zwischenstops auswählen? Bildschirmfoto 2015-09-10 um 11.19.16Wir gehen auf Google Earth, klicken irgendwo hin, finden es gut oder nicht und buchen eine Unterkunft. Simpel. Es kann uns aufs größte überraschen, es kann uns auch langweilen oder enttäuschen. Aber so ist reisen und von unserem Roadtrip bis an die russische Grenze im letzten Jahr wissen wir eines: Es ist tatsächlich egal, wo wir herumreisen, egal, wie die Städte, die Strände, die Wälder aussehen. Man muss alles so nehmen wie es ist. Und alles ist und kann ein Abenteuer sein. Nicht nur für die Kinder – auch für uns. Wir haben gelernt, dass man hervorragend auf Dorffussballplätzen Picknicken kann, auf leeren Supermarktparkplätzen Ball spielen und in den langweiligsten Orten noch durch leere Gassen schleichen kann. Die Welt will einfach so gesehen werden, wie sie ist. Mal schön, mal bunt, mal trist. Aber wir verlassen uns auf Google Earth und die bezaubernden Bilder von Ithaca.

Von Ithaca aus fahren wir zu den Niagara Fällen. Emil sieht sich ständig und immerzu die Bilder an. Auf der Karte erscheint alles machbar. Bildschirmfoto 2015-09-10 um 11.19.39Aber wir wissen von unserem letzten Roadtrip das angegebene 3 Stunden Fahrtzeit nie drei Stunden Fahrtzeit bedeutet und selbst wenn, von drei Stunden schlafen sie vielleicht eine. Die restliche Zeit muss man mit Hörbüchern, Spielen und essen überbrücken. Und Unsere damalige Vorstellung: Wir machen einfach überall Pause wo es uns gefällt, hat uns die ganzen Tage total gesprengt. Wir haben Pausen gemacht, gepicknickt, Ball gespielt, sind durch Wälder gelaufen. Aber dadurch war der Tag zerrissen, da, wo wir ankommen wollten kamen wir meist sehr spät an, hatten keine Zeit und Ruhe mehr das zu sehen, was wir dort sehen wollten. Haben manchmal nichts mehr zu essen bekommen (was in den USA wahrscheinlich nicht so häufig passieren wird wie in kleinen, abgeschiedenen polnischen Dörfern). Es stimmt, dass der Weg das Ziel ist und sein muss und soll. Eine Reise ist eine Reise weil man reist. Nicht, weil man ankommt.

Von den Niagara Fällen fahren wir einmal um den Ontario See herum. Über Hamilton,wo es einen ganz großartigen Safari Park geben soll (obwohl es ein bisschen absurd ist, denn für einen Safari Park der uns die afrikanische Tierwelt näher bringt, müsste ich eher nach Afrika, statt in die USA oder Kanada fahren….) und weiter über Toronto bis nach Kingston. Unserem kanadischen Ziel, der Heimat von Tante Ann und unserer Basis für die Reise. Bildschirmfoto 2015-09-10 um 11.20.55

Wie es weitergeht? Wissen wir noch nicht. Reisen wollen begonnen, aber niemals zu Ende gedacht werden. Das würde ihren natürlichen Lauf zerstören. Es muss genug Zeit geben sich treiben zu lassen. Zeit, einfach nur im See zu schwimmen, alles in sich aufzunehmen, und Wege zu erkunden, die nicht auf unserem Plan waren.

Jetzt aber erst mal: Aufträge alle abschließen vor der Reise, ESTA beantragen, Koffer leihen, Reisepässe der Kind abholen und Auto mieten. Kann ja nicht so schwer sein….

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2 thoughts

  1. das klingt ganz wunderbar. wie lange wollt ihr denn unterwegs sein? wir haben diesen sommer einen roadtrip durch das polnische outback mit nem alten vw-bus gemacht, aber das was ihr plant ist nochmal ne andere nummer. die zeitverschiebung würde mich grad noch ziemlich abschrecken.
    aber du hast recht, alles kann ein abenteuer sein und ich freue mich auf nen ausführlichen reisebericht 😉
    habt ne tolle zeit!

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  2. Oh, durch Polen haben wir letztes Jahr gemacht! Allerdings nicht mit Bus (leider) sondern mit dem Auto. Ich war ziemlich hin und hergerissen, was ich im Endeffekt von der Reise und von Polen halten soll. So viele Erwartungen haben sich nicht erfüllt, aber die waren auch alle an ein Projekt gebunden und vielleicht hat das den Blick getrübt. Aber die fürchterlich überfüllten Strandorte mit Flipper-Automaten und Plastikmaschinengewehren bis zum Wasser haben mich ziemlich abgeschreckt. Weiter im Landesinneren fand ich es schöner. Und ursprünglicher.
    Mal sehen was diese Reise so bringt!
    Ganz liebe Grüße!

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