Wir dürfen Fehler machen, und wir dürfen erschöpft sein

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Ich sitze im Bett. Draussen ist ein warmer Sommerabend. Emil und Ida liegen in ihren Betten und schlafen. Es ist still. Paul arbeitet. Ich bin allein. Ich nehme ein Buch. Und öffne das Fenster zum Garten weit. Die meisten sind im Urlaub. In der alten Kirsche sitzen ein paar müde Vögel. Ich setze mich zurück aufs Bett. Und dann höre ich es. Ein Kind schreit. Ich sitze einen Moment ganz still da. Es schreit herzerweichend. Es schreit verzweifelt. Es schreit wie ein Kind schreit, dem man kochendes Wasser über die Haut kippt. Oder das sich den Finger in der Autotür klemmt. Es schreit so, dass es einem beim zuhören weh tut. Ich warte.

Das Kind schreit weiter. Es schrillt durch den ganzen Hinterhof. Es tut mir in der Seele weh. Emil und Ida schlafen tief.

Ich gehe barfuss über die Holzdielen durch Idas Zimmer und das Arbeitszimmer in den Garten. Auf der alten Eisentreppe setze ich mich hin. Ich weiß nicht, woher das Schreien kommt.

Die anderen Gärten sind leer. Ein Eichhörnchen huscht über den Zaun. Das Kind schreit. Ich schaue zu den Fenstern hoch. Zu viele Fenster. Zu viele Häuser.

Kinder schreien als ginge es um ihr Leben. Wenn sie sich verletzt haben. Aber auch wenn sie verzweifelt sind. Ich kann noch nicht mal sagen, ob es ein Neugeborenen Geschrei ist oder das einer Zweijährigen. Es ist schrecklich schrill.

Ich laufe an den Zaun. Niemand zu sehen. Ich würde gerne jemanden treffen und fragen, ob sie wissen, woher das Geschrei kommt. Aber es ist niemand draussen an diesem beschaulichen Sommerabend. Ich setze mich wieder auf die Treppe. Das Kind schreit.

Nach zwanzig Minuten gehe ich wieder rein. Ich fühle mich irgendwie hilflos. Ich setze mich mit meinem Buch aufs Bett. Das Schreien hört nicht auf. Ich höre die Stimme einer Frau – wahrscheinlich die Mutter. Jemand kümmert sich, denke ich.

Nach weiteren dreissig Minuten kein Ende. Ich gehe wieder in den Garten. Und ich höre die Mutter. Ich höre wie sie schreit. Wie sie „Jetzt hör endlich auf!“ schreit. Wie schrill und verzweifelt. Und ich verurteile sie nicht. Ganz und gar nicht. Ich fühle mit ihr.

Nichts ist schlimmer und nichts ist nervenzehrender als das schrille Schreien des eigenen Kindes. Der Körper geht in Alarmbereitschaft. Das mütterliche Gehirn zieht dich in die Verantwortung. Wenn DEIN Kind schreit bist du verantwortlich dafür, dass es wieder aufhört. Du musst es tragen? Füttern? In den Arm nehmen? Nichts hilft. Aber du hast die Verantwortung für dieses Wesen. Du willst alles richtig machen. Und du machst alles richtig. Aber du änderst die Situation nicht. Du bist da. Du wickelst, du streichelst, du flüsterst und singst. Aber es hört nicht auf. Dieses Schreien, dass nur dir gilt. Du bist der Kopf und die Hände, für dieses Wesen, dass sich nicht alleine helfen kann. Warum hilfst du mir nicht?

In deinen Ohren schreit nicht nur die Stimme deines Kindes. Da Schreien viele Stimmen. Sie schreien dir ins Gesicht das du gerade etwas falsch machst. Das du keine gute Mutter bist. Das du nicht genug Kräfte für ein Kind hast. Und deine Geduld nicht ausreicht. Das du an deine Grenzen gehst und darüber hinaus und es dir nicht gedankt wird.

Du bist müde und erschöpft. Du kümmerst dich 24 Stunden. Du bist immer da. Und immer verantwortlich. Du fütterst und trägst und schiebst und kuschelst. Du isst nur, wenn du Zeit dafür hast. Und du duschst nur, wenn du Zeit dafür hast. Du bist nicht mehr nur für dich alleine verantwortlich, du bist nahezu gar nicht mehr für dich verantwortlich, sondern nur für dieses kleine Bündel Glück das dir geschenkt wurde. Und das dich quält und um den Schlaf bringt.

Und dann schreist du es an. Dieses kleine Wesen. Das vor dir liegt und nichts dafür kann, dass deine Nerven am Ende sind.

Und ich sitze auf der Treppe und bin den Tränen nahe. Weil mich nur eine Hauswand von dieser Frau trennt. Und ich nicht weiß, welche es ist. Weil meine Kinder selig in ihren Betten schlummern. Weil ich mit einem Glas Weißwein und einem guten Buch in der lauen Sommerluft im Garten sitze. Und ich würde so gerne aufstehen und an deiner Tür klingeln. Ich würde dir gerne einfach nur sagen, geh einfach eine Stunde spazieren. Ich bin hier. Und ich trage dein Kind. Und ich weiß, dass du alles richtig machst. Und ich weiß, das wir alle unsere Grenzen haben. Aber ich weiß nicht, wo sie ist, diese verzweifelte Frau. Ich höre nur das schrille Schreien ihres Kindes.

Wir kommen an unsere Grenzen. Immer wieder. Wir kommen schon bei der Geburt an unsere Grenzen. Und wir schaffen das. Und wir wissen, wir können ab jetzt alles schaffen. Weil wir gute Mütter sind. Weil wir unsere Kinder lieben und tragen und beschützen. Aber erst wenn sie da sind, jeden Tag 24 Stunden, dann merken wir, dass wir nicht alle Kraft der Welt haben. Und nicht alle Geduld der Welt. Und das wir nicht unfehlbar sind.

Vor allem müssen wir lernen das zu akzeptieren. Wir können an unsere Grenzen gehen. Aber wir können auch vorher stoppen. Genau um zu verhindern, dass wir unsere Kinder anschreien. Das wir selber heulend vor den Babybetten sitzen. Und genauso können wir jedem anbieten, gib es ab, wenn du nicht mehr kannst. Und sei es nur für zehn Minuten. Wir dürfen um Hilfe bitten. Wir dürfen zugeben, dass wir nicht alles alleine schaffen. Und wir dürfen bei fremden Menschen klingeln und zumindest anbieten, uns für zehn Minuten neben die Wiege zu setzen. Nur einen Moment, um der Mutter die Chance zu geben Luft zu holen. Einen Moment, um einmal wieder sich selbst zu spüren. Und auch neue Kraft zu schöpfen.

Wir dürfen Fehler machen. Und wir dürfen erschöpft sein. Wir dürfen nicht-perfekt sein. Und auch mal ungeduldig und laut. Wir dürfen nur nicht denken, dass wir die einzigen sind. Uns muss klar sein, dass alle um uns herum genauso sind. Das es sie nicht gibt, die perfekte Mutter aus den Filmen und den Blogs. Wir müssen aufhören uns etwas vorzumachen. Statt dessen müssen wir uns gegenseitig stark machen. Und Mut machen. Und uns immer wieder gegenseitig das Gefühl vermitteln es richtig zu machen. Das sind wir unseren Kindern schuldig aber noch viel mehr uns selbst. Erst wenn wir aufhören uns ständig Vorwürfe zu machen und uns zu vergleichen können wir uns selbst verstehen und akzeptieren. Und versuchen alle die Dinge zu sehen, die wir jeden Tag verdammt gut machen. Und über die Hinweg zu sehen, für die wir uns schämen.

Wir können unsere Babys bis zur Erschöpfung tragen. Und ihr Schreien ertragen, bis wir es nur noch durch das eigene Weinen überdecken. Aber wir sind keine schlechten Mütter wenn wir aus der Situation rausgehen und um Hilfe bitten. Wir haben alle Grenzen. Auch Grenzen der Kraft und der Geduld. Und wenn wir die ständig überschreiten verlieren wir immer mehr Energie und immer mehr positive Lebenseinstellung.

Wir lernen alle aus Erfahrungen. Aber wenn wir die einmal haben sollten wir sie weitertragen. Und nicht verstecken. Und nicht so tun, als wären wir diejenigen, die immer alles im Griff haben. Und immer alles richtig machen. Statt dessen können wir nicht oft genug sagen, dass es uns genauso ging. Und das wir da sind um zu helfen. Ich hätte gerne geholfen.

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32 thoughts

  1. Das hast du so schön geschrieben! Ich hatte gestern so eine Situation. Meine Tochter(5) hat meinen Mann und mich so in Rage gebracht, dass ich kurzerhand gesagt in windeseile aufgeräumt habe, einfach nur lieblos, Hauptsache sie ist schnell im Bett, bevor ich platze!!! Es war abends Bett-geh-zeit. Zeit das Zimmer aufzuräumen und Zähne putzen zu gehen. Es gibt seit 4 Tagen deswegen jeden Abend Theater. Sie schmeißt die Tür, die Spielsachen, tritt nach ihrer kleinen Schwester und schubst sie, obwohl sie ganz ruhig ist und den Wutausbruch still beobachtet. Sie beschimpft uns und haut uns und kreischt bis einem die Ohren trillern und spuckt nach uns. Alles nur weil sie noch malen will obwohl wir ihr 2 mal gesagt haben dass wir nach dem Sandmann aufräumen. Immerhin hat sie davor ja schon eine halbe Stunde lang gemalt. Es war bereits 20 vor 8 als dass ich kurz vor dem Platzen war. Also schnell alles zur Seite geräumt, Gardinen zum, Musik an, Türe zu. Ich konnt nicht mehr. Seit genau 4 Tagen ist sie hoch provozierend, beleidigt und haut – auch tagsüber. Und mein Mann ebenso wenig. 10 Minuten später war mein Mann bei ihr, während ich mit der Kleinen das Bett-geh-ritual machte. Dann war sie nach 3 Minuten eingeschlafen.

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    1. Ich leider auch. Emil hatte einen Wutanfall und hat versucht sich loszureissen und auf die Strasse zu rennen, Ida hat im Kinderwaage geschrien wie am Spieß. Ich bin fast eine Stunde keinen Meter weiter gekommen. Da hab ich irgendwann meine beste Freundin angerufen, und die saß gerade im Zug nach Berlin und war genauso hilflos wie ich. Gerade deshalb sollte man sich auch selbst ständig vor Augen führen, ob man nicht jemandem seine Hilfe anbieten kann. Ich glaube, viel mehr Leute würden helfen, wenn man sich trauen würde sie zu fragen.

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  2. Danke….ich hatte auch gerade so einen „Ich kann nicht mehr Moment…!“ Es ist gut zu lesen, dass es Menschen da draußen gibt, die das tatsächlich nicht verurteilen! Man macht sich ja selbst schon genug Vorwürfe!

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  3. Sehr richtig, manchmal hat mein einfach keine Kraft mehr, die ganze Verantwortung zu tragen und sich um die Kinder zu kümmern!!! Alle Mütter konnten vor der Geburt nicht ahnen, wie oft sie an die körperlichen und nervlichen Grenzen kommen wird. Zu diesem Thema habe ich auch letztens einen Beitrag geschrieben. Wenn du willst, schau mal hier: http://schimpfmalmama.com/2015/07/28/die-ungeschoente-wahrheit-ueber-das-muttersein/

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    1. Oh, vielen Dank für den Link! Hab es gerade gelesen und mich sehr darin wiedererkannt. Ich glaube, am schönsten fand ich die Stelle mit den 10 Büchern, dem Puzzle und der Knete. Weil, ganz ehrlich, in meinem Freundeskreis gibt es Kinder die tatsächlich NICHTS davon morgens auch nur anrühren dürfen um eben NICHT zu spät zu kommen. Und das finde ich noch viel schlimmer als zu spät kommen 🙂

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  4. Ich würde mir mehr solcher Menschen wünschen wir haben damals als er 4 Monate lang Koliken hatte nur zu hören bekommen von Nachbarn : „Is bald mal Ruhe?“ “ Wir rufen gleich die Polizei“ … und keiner kam und bat uns Hilfe an 😦

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  5. Ich kann mich nur anschließen,sehr schön geschrieben. Und es tat gut es zu lesen. Mein Sohn, fast 2 1/2 Jahre hat seit er 1 Jahr alt ist,nächtliche Schreiattacken. Man ging immer vom Nachtschreck aus. Er wachte immer plötzlich auf,weinte ,rief nach uns…und als wir da wären ging es los…gekreische was einem durch Mark und Bein ging. Furchtbar. Und man durfte ihn nicht anfassen, nicht ansprechen,sonst wurde es nur schlimmer. Einfach nur da sein. Und das tat immer so weh,ihm nicht helfen zu können! Und natürlich kam auch die Frage in einem auf,bin eine schlechte Mutter wenn ich meinem Kind nicht helfen kann? Was denken die Nachbarn? Und abgeben an meinen Mann fiel mir sehr schwer. Als Mama muss ich doch helfen können. Aber wenn man selber fix und fertig ist,weil das kind schon eine Stunde kreischt, muss man aufhören und abgeben können. Irgendwann hörten die Schreianfälle auf. Er kommt seit dem zu uns ins Bett irgendwann in der Nacht, aber das ist ok. Wir tuen halt alles, damit es dem kleinen gut geht. Und dazu gehört auch mal abgeben!

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    1. Und die Kombination aus „man kann nicht helfen“ und „man würde selbst gerne mal schreien vor Verzweiflung“ ist am gemeinsten. Man wächst ja auch mit seinen Aufgaben – meine Kinder wachen ganz selten Nachts auf und dann bin ich häufig trotzdem genervt, wenn es über eine Stunde dauert bis sie wieder schlafen. Und da müsste ich mich auch schämen. Ich bin doch die Mutter! Kann ich sie nicht stundenlang kuscheln und in den Schlaf wiegen? Und ja, oft denke ich: Nein, kann ich nicht. Weil ich selbst müde bin. Und müde sein steht einem zu. Aber es fühlt sich furchtbar an, wenn man das Gefühl hat, alle anderen schaukeln und trösten ganze Nächte durch ohne sich zu beschweren….

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  6. Schade hast du deine Hilfe nicht aktiv angeboten. kaum eine Mama wird um Hilfe bitten und schon gar nicht abends spät. ich konnte das damals auch nicht, es ging einfach nicht. und wie sehr hätte ich mir ein ‚Hallo, darf ich mich eine halbe Stunde um deinen Sohn kümmern?‘ gewünscht….

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    1. Aber das hätte ich doch gerne! Aber ich wohne in der Großstadt. Um uns herum stehen mehrere große Häuser mit mehr als 14 Wohnungen pro Haus, davon diverse Häuser. Ich kann doch nicht alle abklingeln und fragen, ob da eine Mama wohnt, deren Kind gerade schreit. Genau deshalb habe ich doch den Beitrag geschrieben, um denen Mut zu machen, die wissen, wo Hilfe gebraucht wird. Ich nehme meinen Freundinnen gerne ihre Kinder hab, und ich hab sie auch schon genauso darum gebeten mir zu helfen, wenn ich nicht mehr konnte. Aber ich kann nicht helfen, wenn ich nicht weiß wem.

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  7. Schade… Prinzipiell ein sehr schöner Artikel der uns wieder mal kurz Abstand nehmen lässt und über unser tägliches Handeln nachdenken lässt.
    Nur eines stört mich, und das seit der Geburt meiner kleinen, bisher habe ich es beim Lesen solcher Artikel (in Blogs, Foren, facebook, etc) nie geäussert und meine Meinung heruntergeschluckt. Sorry das Ihr es jetzt abbekommt, aber irgendwann muss es halt einmal heraus:
    Ich bin Vater. Ich bin ein Mann. Ich bin keine Mama. ABER Hey, an alle Frauen da draussen die diese Art von Artikeln verfassen und an alle Frauen die diese Artikel lesen sie anerkennend kommentieren und sich denken „Ja, Mama sein ist schwer“.
    Auch ich opfere mich auf. Liebe mein Kind über alles. Beteilige mich wo auch immer ich nur kann am Leben meiner kleinen. Unterstütze meine Frau und versuche sie zu entlasten wo es geht. Wir sind beide berufstätig und somit kann ich mit Recht behaupten das wir uns „die Arbeit“ mit der kleinen fifty fifty teilen. Auch ich als Vater durchlebe mit ihr alle Höhen und Tiefen. Auch ich war schon kurz davor durchzudrehen und habe heulend auf dem Bett gesessen. Ich kann mir ein Leben ohne die kleine nicht mehr vorstellen und genieße jede Sekunde. Auch ich als Vater brenne aus, brauche Pausen wo keine Zeit dafür ist und wünsche mir ruhige Momente. Auch ich hätte gerne hin und wieder einmal ein Hilfeangebot oder eben, und das ist unter anderem der Grund für meinen kleinen Aufschrei hier: Zumindest eine Art der Anerkennung. Ein Kopfnicken, ein Lächeln oder ein nettes Wort. Einen öffentlich erschienenen Artikel oder ein dazu verfasstes Kommentar der mein Dasein lobt und wertschätzt.
    Ich bin Vater… (und sicher kein Einzelfall)

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    1. Lieber Tim, ich finde es ziemlich gut, dass du das mal sagst! Und du hast so Recht damit. In Mütter-BLOGS, die sich dann ja fälschlicherweise häufig Familien-Blogs nennen geht es IMMER um die Mütter und IMMER um die Kinder und viel seltener um die Väter. Und das natürlich zu unrecht. Bei uns ist es allerdings – im Gegenteil zu Eurer Familie – tatsächlich so, dass die Arbeitsteilung klar ist und schon von Beginn an war und das es hier sehr selten um Paul geht liegt u.a. daran, dass ich finde, dass er in seiner Rolle als Arzt irgendwie öffentlich greifbar ist und ich vermeiden möchte, dass zu viel persönliches von ihm nachzulesen ist. Ich glaube, wer so viel „Wut“ zeigt, dass es immer nur um die Mütter geht, sollte genau deshalb selbst einmal sprechen. Schreib doch auf, was dich ärgert, ich finde das wirklich spannend, weil die meisten es nie aus der Perspektive betrachten. Wenn es nicht völlig an meiner Einstellung vorbei geht veröffentliche ich es es gerne als Gastbeitrag!
      Vielen Dank für deine Meinung! Miriam

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    2. Danke, Tim! Unsere Kleine ist zwar gerade erst 9 Monate alt und wirklich „pflegeleicht“. Aber die Tatsache, dass immer nur die Mamas alles abbekommen ist einfach nur die halbe Wahrweit. Klar, kurze Schlafphasen und die ständige Verantwortung zu haben ist anstrengend, zermürbend, auslaugend. Aber wir sind im ständigen Spagat zwischen der Arbeit, auf der den Geschäftpartner auch nicht interessiert was zu Hause los ist, und der kleinen Familie, in der man(n) nach Feierabend sofort umschalten soll und dann erwartet wird, dass das alles von jetzt auf gleich funktioniert.

      Man(n) darf auch Schwächen zeigen und fix&fertig sein, aber ehrlich gesagt geht das auch nur kurze Zeit. Man(n) muss die Kraft zusammennehmen, um den beiden zu helfen: Wenn die Kleine weint und wir beide nicht wissen was los ist … wenn Mama vor Erschöpfung und Gereiztheit auf dem Zahnfleisch kriecht… aber seien wir ehrlich – welcher Mann spricht eigentlich darüber, dass ihm die Anerkennung dafür fehlt? Mamas sind (in den allermeisten Fällen, 100% unserer Freunde) mindestens ein komplettes Jahr zu Hause und haben viel Zeit die Kleinen kennenzulernen, jede Veränderung zu beobachten, ihr eigenes Verhalten auf das des Kindes anzupassen usw… aber den Papas bleibt diese Zeit nicht. Ein bisschen Elternzeit hier und dort – vielleicht mit einigen „Kämpfen“ nach dem Motto „Wer-macht-was-wie-und-was-ist-richtig“ reicht nicht aus, um diesen „Vorsprung“ einzuholen.

      Meine zweite Elternzeit beginnt im Februar und im Job fahre ich absichtlich nur 80% der Zeit obwohl ich 100% müsste, aber eine echte Anerkennung dafür erwarte ich schon nicht mehr.

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  8. Heute war auch so ein Tag. Zwar kein schreiendes Baby, aber ein provozierendes quasi fast 4 Jahre altes Mädchen, welches absichtlich ihr Getränk über dem Abendbrottisch ausgeschüttet hat, mich dabei angrinsend. Ich war so baff, so sprachlos, dass es kurz danach aber aus mir rausplatzte. Ich konnte es nicht schlucken. Manchmal kann man das nicht. Manchmal braucht man Hilfe und hat sie nicht zur Stelle. Zum Glück kam mein Mann heute mal eher von der Arbeit nach Hause und konnte die Situation etwas entzerren. Es war quasi nur der Tropfen auf dem heißen Stein, da aktuell alles sehr provozierend abläuft und ich nicht weiß, wie ich diese Spirale durchbrechen kann. Liebe Grüße

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  9. Ich bin ja nicht gern der Spielverderber.Aber bei so einem Gejammere muss es manchmal sein.

    Wartet zum Teufel nochmal, bis die Kinder ins Alter eines Teenagers kommen. Viel Spaß dabei. Ihr werdet euch diese Zeiten zurückwünschen!

    Es gibt immer noch nen größeren Fisch….

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    1. Schade, denn Dein Beitrag negiert jetzt genau das was ich sagen wollte. Die Frauen, die tatsächlich mal an ihre Grenzen stossen, werden jetzt als „jammernd“ bezeichnet. Das ist genau das, was ich vermeiden wollte. Das ständig jemand anderen Müttern das Gefühl gibt, nicht stark genug zu sein.

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    2. „Es gibt immernoch nen größeren Fisch“ ist in etwa genauso respektlos wie „Du hast Hunger? Jammer nicht, in Afrika die Kinder, die haben Hunger!“ – Eine schlimmer Situation als harmlos hinzustellen, weil es etwas noch schlimmeres gibt, ist furchtbar. Das ist herablassend und respektlos.
      Klar kann die Pubertät hart sein. Aber das kann jede Phase. Jede Phase kann einen an die Grenzen bringen. Und nur weil es jemand schlimmer hat, soll man sich nicht beklagen dürfen und Hilfe suchen?
      Dann dürfte einfach mal niemand auf der Welt mehr jammern, nur der eine einzige Mensch, der es am allerschlimmsten hat.

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  10. meine Tochter damals so ca 3 Jahre alt bekam in einem gut besuchten Kaufhaus einen Wutanfall. Sie tobte sie schrie wie am Spieß sie schlug sie tritt nach mir sie Biss mich schließlich in mein Oberschenkel wie ein wildes Tier und da sie nicht ablies von mir gab ich ihr ein Schlag auf den po so das sie endlich losließ das Blut spürte ich mein Bein runter Fliesen 600 oder mehr Augen auf mich gerichtet Getuschel eine Frau sagte ich hole jetzt die Polizei und informiere das Jugendamt. Ich sagte nur machen sie das. Daraufhin diese Frau wie sie ihr Kind behandeln ich: wie bitte wie ich mein Kind behandle mir rinnt das Blut den Fuß runter jeder hier schaut nur blöd zeigt mit den Finger auf mich was für eine schlechte Mutter ich nicht bin weil ich mein Kind nicht im Griff habe. Mein Gott das Kind hat einen Wutanfall erster Klasse ich kann tun was ich will aber sie hört mich nicht und das was in ihr ist muss raus weil sie müde ist oder ihr was nicht gepasst hat oder weil ich zu oft zu ihr sage sie soll aufhören zu weinen weil es die anderen Leute nicht mögen wenn Kinder ihre Gefühle zeigen, wenn sie laut sind weinen schreien aber wissen sie was ab jetzt mach ich das nicht mehr sollen mich nur alle blöd anschauen ich will ein Kind haben kein Soldaten!!!! Ich habe aufgehört meinen Kindern zu sagen Sie sollen leise sein oder nicht weinen ich versuche das nicht mehr zu unterdrücken bin ruhiger und gelassener geworden Kinder müssen und sollen schreien ich bin Mutter von 3 Kinder Alleinerziehend und hab so gut wie keine Hilfe einfach cool bleiben und nicht alles so schlimm sehen

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  11. Dieser so iebevoll geschriebener Artikel öffnet mein Herz und zeigt mir wichtig es war meinen spirituellen Weg zu gehen und wie sehr mir Symbole und EFT geholfen haben Und die Raftanaktivierung und Gott und Jesus….

    Und auch das wir viel mehr als wir denken. Wir Frauen sind oft noch in dem Konkurenzdenken und Bewerten drin, das Hilfe erst gar nicht angeboten wird oder aus meiner Erfahrung aus Scham nicht angenommen wird.

    Werdet euch in diesen MOmenten bewusst dieser Mauern und lasst sie los. erlaubt euch Heilung anzunehmen, euer Herz zu öffnen und zu zeigen, wir sind eins. Ich bin du und Du bist Ich.
    „smile“-Emoticon

    Wir sind eine Einheit des Lichtes. Unser Wissen kann die Erde und Die Menschheit retten. ( kam so, also schreibe ich es nieder)

    In LIebe und Verbundenheit.

    eure Manuela Sherin

    Ist einfach so. eine Alleinerziehende Mutter von 4 Kids und Großmutter 🙂 bleibt entspannt 😉

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