Ferienwoche 2

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Montag morgen, Paul hatte Nachtdienst und kommt erst gegen halb elf nach Hause. Die Kinder habe ich hingehalten, weil Paul Brötchen mitbringen wollte. Sie haben Hunger und ich verteile Kekse und Äpfel. Ich bin genervt. Das geht ja gut los. Sie fragen alle fünf Minuten wann Papa kommt und toben über die Sofas. Ich räume auf aber man sieht es natürlich nicht. Wie immer. Wäsche waschen, Wäsche aufhängen. Scheiß Wetter. IMG_4046

Wir frühstücken mit Paul, der super müde ist und das zu Recht, aber der Tag beginnt eben nicht so reflektiert wie er sollte. Ich bin seit über vier Stunden wach ohne Frühstück und mit tobenden Kindern. Paul geht schlafen. Am Nachmittag kommen Freunde zum Essen. Also einkaufen mit den Kindern. Man muss dazu sagen, der nächste Supermarkt ist am Ende unserer Strasse. Das sind ungefähr 200 m. Der nächste Bäcker daneben, dann der Gemüseladen, den wir lieben. Wir brauchen dennoch 2 Stunden und 10 Minuten bis wir zurück sind. Überall bleiben sie stehen. Manchmal akzeptiere ich das, manchmal genieße ich es auch, manchmal nervt es. Ausserdem regnet es ständig und Ida läuft im Supermarkt ständig weg. Nie kann ich sie sehen. Ich muss sie besser erziehen, denke ich. Vielleicht schon zu spät. Freiheit hin oder her, es geht nicht, dass die beiden ständig außer Sichtweite herum albern. Oder denke ich das nur, weil ich heute eh ein bisschen genervt bin?

Zuhause geht es nur mit Musik – Paul schläft ja sowieso und immer und egal wo. Man kann auch neben ihm staubsaugen. Alles egal. Die Kinder tanzen. Ich räume auf. Sieht man aber immer noch nicht. Dann fangen wir an zu kochen. Das geht immer, ist aber eine zielorientierte Tätigkeit – denn am Ende soll etwas Essbares heraus kommen. Die Kinder halten sich meistens an meine Anweisungen. Manchmal aber auch nicht. Wenn man sagt, ein Teelöffel Salz nehmen sie das manchmal nicht so ernst. kann muss man von vorne anfangen. Ausserdem wird alles dreckig – das muss einem natürlich auch egal sein. Dafür haben sie Spaß. Als Paul aufwacht fahre ich schnell mit dem Rad los um ein Bahnticket nach Berlin zu kaufen. Die Deutsche Bahn möchte nämlich nicht, dass ich das ganz bequem online mache, so lange ich keine eigene Kreditkarte habe. Wenn ich Pauls nehme akzeptieren sie das nicht. Muss explizit mein Name drauf stehen. Wie kundenfreundlich! Also zum nächsten Reisebüro.IMG_4039

L. und C. kommen mit drei Kindern, an unserem großen Tisch ist es laut und fröhlich. Eigentlich wollten wir grillen, aber eigentlich sollte jetzt ja auch Sommer sein. Vieles bewahrheitet sich nicht. Die fünf Kinder gehen trotz Nieselregens in den Garten und spielen dort bis zehn.

Ich befürchte, ich muss Emil am nächsten morgen wecken. Wer erst um zehn ins Bett geht wacht sicher nicht um kurz nach sechs auf. Und wir müssen unseren Zug nach Berlin bekommen. Emil steht aber um sechs bereits vor mir. „Heute fahren wir bei Berlin!“ freut er sich. Und zu Berlin gibt es hoffentlich bald einen ausführlichen Beitrag…. und mit bald meine ich die Momente, in denen ich mal ohne Kinder bin….

Am Mittwoch wagen wir uns auf den Dom. Es ist so mittelwarm und ich bin wirklich niemand, der Ausflüge scheut, aber tatsächlich hasse ich Bus und Bahn fahren wenn man umsteigen muss. Ich weiß gar nicht so genau wieso, denn im Endeffekt geht es meistens doch ganz schnell und unkompliziert, aber ich fahre tausend mal lieber Fahrrad als öffentliche Verkehrsmittel. Allein die Tatsache, dass der HVV gerne mit Aufzügen geizt und man ständig Kinderwagen hochschleppen muss, nervt mich tierisch. An der Feldstrasse gibt es sogar einen Aufzug, den ich aber erst sehe, nachdem ich den Kinderwagen die Treppen hochgezogen habe. Mist. Aber die Kombination Treppen und Kinderwagen stellt mich seit unserer Venedig Reise immerhin nicht mehr vor eine ungelöste Aufgabe. Auf dem Dom essen wir Zuckerwatte und staunen. Mehr machen wir nicht. Emil und Ida haben keinen Bedarf an Karussell Fahrten. Das macht den Ausflug sehr entspannt. Wir beschränken uns auf all die Eindrücke, wir staunen, lachen und gruseln uns beim zusehen.IMG_3848

Zurück nehmen wir – man lernt ja aus seinen Fehlern – den Fahrstuhl und fahren nur ein kleines Stück mit dem Bus. Irgendwie hab ich schon wieder keine Lust mehr auf öffentliche Verkehrsmittel, wir steigen aus und gehen zu Fuß weiter. Wir bleiben am Piratenspielplatz am Isebekkanal hängen. Ich muss Ida von einem Boot zum nächsten heben und somit verpassen wir es noch einzukaufen. Also muss Paul das nach dem Dienst machen. Wir bekommen demnach erst um acht was zu essen, macht aber nichts.

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Ida findet Nachts schlafen irgendwie überbewertet und ist eineinhalb Stunden hellwach. Sie hopst auf ihrem Bett herum, singt, redet, lacht, macht Quatsch. Erstaunlich, dass Emil einfach weiter schläft. Würde ich auch gerne. Ich bin hundemüde. Irgendwann löst Paul mich ab.

Donnerstag, Kinder Overkill. Ich merke, jetzt kommt es. Sie sind immer da. Stehen morgens um sechs am Bett und wecken mich aus meinem seligen Schlaf, sie wollen direkt etwas haben, ein Buch, das ich vorlese, ein Wasser (aber bitte jetzt, sonst verdurste ich!), dann hopsen sie auf dem Bett herum, brauchen meine Decke um Höhlen zu bauen. Paul geht arbeiten. Sie laufen mir ständig vor die Füße, schlimmer als unsere Katze, und Ida will die ersten zwei Stunden NUR auf den Arm. Sie heult und nölt und läuft die ganze Zeit quengelnd mit hochgereckten Armen hinter mir her. Ihr andauerndes „Arm!“ Gemecker geht mir unglaublich auf die Nerven. Ich versuche mit ihr auf dem Arm Frühstück zu machen, Geschirr weg zu räumen, Wäsche aus der Maschine zu holen.Wenn ich sie kurz absetze heult sie. Emil redet ohne Unterlass. Auch immer gegen Idas Geheule an. Die Geräuschkulisse macht mich fertig. Die Unordnung auch. Immer, immer, immer ist man Dauerpräsent. Daueransprechpartner. Dauerverantwortlich. Ich mag keinen mehr hochheben und auch nicht, dass mich ständig jemand berührt. Immer wenn ich kurz davor bin alles kurz und klein zu schlagen (wenigstens so ein kleines bißchen Geschirr oder so) sagt Emil: Ach, Ferien sind aber auch schön. Und du bist ja auch die beste Mama der Welt!

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Kurz bevor ich völlig durchdrehe sage ich zu Emil, dass die Ida heute mal Mittagsschaf machen soll, denn das macht sie leider gar nicht mehr, aber heute werde ich sie schieben und schieben und schieben bis sie einfach nicht mehr wach bleiben kann. Ich brauche mal eine Stunde für mich. „Ida ist ja auch schon ganz müde,“ sage ich, weil sie NUR heult, sehe auf die Uhr und da steht tatsächlich 9:45 Uhr. Mein Gott, ich dachte es sei Mittags. Dann eben nicht. Ich räume auf, die Kinder räumen aus. Kaum etwas macht mich so aggressiv wie Unordnung. Ich würde so gerne darüber stehen, aber es nervt mich einfach tierisch. Mittags packe ich die Kinder ins Auto. Wenigstens Ida schläft ein. Wir fahren nach Appelbeck am See, aber es regnet. Meine Eltern sind schon da und Emil klettert sofort bei ihnen ins Auto. So sitzen wir Auto an Auto nebeneinander und sehen dem prasselnden Regen zu. Ich bin müde. Müde von Kindergartenferien.

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Die Kinder laufen um den See und pflücken wilde Johannisbeeren. Langsam kommt endlich die Sonne durch und zum Glück auch ziemlich schnell in meinen Kopf. Emil und Ida planschen mit Gummistiefeln im flachen Wasser, wir sind die einzigen im Wald. Endlich kehrt so eine Art innere Ruhe zurück. Wir fahren erst gegen Abend zurück.

Ida schläft schon wieder nicht. Drei mal ruft sie, ich sitze sehr viel Zeit im Dunkeln auf dem Sofa neben ihrem Bett. Als sie gegen fünf Uhr endlich wieder schläft, steht Emil vor unserem Bett. „Ich war kurz auf Toilette. Kann ich jetzt bei euch weiterschlafen?“ Die restliche Nacht besteht aus treten, wühlen und seinem kleinen Körper auf meinem. Zwischendurch genieße ich, aber in anderen Momenten denke ich, gegen bisschen Schlaf hätte ich auch nichts einzuwenden. IMG_4068

Freitag, ich weiß, ich muss das Haus verlassen, um nicht wieder durchzudrehen. Den Vormittag spielen die Kinder im Garten, ich streiche eine alte Weinkiste. Zwischendurch fasst Ida ein paar mal in die frische Lackfarbe, aber ich übe mich in Geduld. Gegen Mittag packen wir Proviant ein und fahren in den Wildpark Schwarze Berge. Irgendwann kommt die Sonne. Und es ist erstaunlich leer. Als wir unsere Decke am See ausbreiten und picknicken kommt tatsächlich 15 Minuten überhaupt NIEMAND mehr vorbei. Emil und Ida spielen mit Stöcken im Wasser, füttern die Rehe, ich würde so gerne schlafen. Ich liege auf der Decke und blinzle.

Bei den Kaninchen kann man durch eine Röhre wie in einen Kaninchenbau robben. Die Kinder machen das bestimmt 20 Minuten. Ich sitze auf einer Bank daneben und schlafe ein. Zum Glück habe ich meine Sonnenbrille auf. Meinen Kindern gegenüber habe ich kein schlechtes Gewissen, aber den ständigen Blicken der anderen Eltern gegenüber. Ich schlafe nicht tief, aber mir fallen ständig die Augen zu. Mehr, als von einem gefährlichen Kaninchen angegriffen zu werden kann ja nicht passieren. Am Ende sind eh nur noch wir am Kaninchenbau. Und ich bin immer noch hundemüde.

Am Ausgang kaufen wir ein Brot vom Museumshof und die Kinder spielen in dem kleinen Bach. DSCF2941Es ist Aufbruchzeit. Halb sieben, die Familien gehen nach Hause. Niemand, aber wirklich niemand sonst lässt sein Kind in dem Bach spielen. Alle zeigen darauf und bitten, aber keiner macht es. Was ist bloß los mit den Leuten. Irgendwie macht es mich traurig. Müssen wir unsere Kinder ständig von allem fern halten? Müssen sie ihre Multifunktionsjacken und Regenhosen noch tragen, wenn länsgt die Sonne heraus gekommen ist? Dürfen sie ihre Schuhe nicht ausziehen, weil keine Ersatzsocken in den riesigen Rucksäcken sind? Wir bleiben noch eine halbe Stunde am Bach. Das Licht ist schön und die Kinder sind glücklich. Sie teilen sich eine Müslistange und halten ihre Füße ins Wasser. Ein kleiner Junge steht Emil gegenüber. „Ich darf nicht ins Wasser,“ sagt er, als Emil ihn freundlich auffordert mitzukommen. „Meine Mama lässt uns immer ins Wasser,“ sagt Emil. Die Eltern sehen mich konsterniert an. Dabei hab ich das ja nicht gesagt. Sondern Emil. Ich weiß nicht, wie oft ich auf dem Parkplatz noch Kinder höre, die fragen: Wieso dürfen die Kinder barfuss laufen? Ich frage mich vielmehr, wieso dürfen Kinder nicht mehr barfuss laufen?

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Samstag, Paul arbeitet schon wieder. Wir gehen erst mal einkaufen. Das nimmt wieder mehrere Stunden in Anspruch, obwohl wir uns wieder nur zu den Läden am Ende der Straße begeben. Es gibt viel zu tun. Käfer müssen vom Gehweg getragen werden, mit Stöckern muss in Büschen gestochert werden und wir treffen Freunde aus dem Park. Und weil wir nichts zu tun haben laden wir sie kurzerhand ein. Sie bleiben bis Abends um acht und alle Kinder sind glücklich. Huch, denke ich am Ende, ein ganzer Tag Zuhause und ich bin gar nicht genervt. Kann also auch gehen. DSCF2928

Sonntag, Paul arbeitet. Eine meiner liebsten Freundinnen ist aus München zurück nach Hamburg gezogen und es fühlt sich so gut an sie wieder in der Nähe zu haben. Die Kinder und ich gehen optimistisch zu Fuß, aber dann hat der Buggy einen Platten und wir drehen auf halber Strecke um. Hat eh keiner drin gesessen. Mit kinderlosen Paaren auf den Spielplatz zu gehen ist ein Traum. Ständig kümmert sich jemand ganz liebevoll um die Kinder. Wir bleiben bis kurz nach drei und warten dann auf Paul. Die Kinder stellen sich Korbstühle auf den Gehweg, aber nach einer Dreiviertelstunde geben sie auf und ziehen um in den Garten. Als Paul endlich kommt und die Kinder vor Freude herumkreischen gehe ich in die Hängematte und bin eine halbe Stunde ganz für mich alleine. Es fühlt sich an wie drei Wochen Urlaub. Über den Garten legt sich langsam das spätnachittägliche Sonnenlicht. Die Kinder spielen mit Wasser, Paul liegt in der Hängematte. Von einem Moment auf den anderen kehrt eine ganz sommerliche Ruhe ein. Wir tragen das Essen nach draussen und sitzen dort, bis die Kinder müde werden. Still ist es in den Hamburger Hinterhöfen. Die meisten sind in den Urlaub gefahren. Das Eichhörnchen sitzt auf dem Zaun direkt hinter unserer Terrasse und sieht uns neugierig beim Essen zu. Ein paar Gänse ziehen über die Häuser. Irgendwo hängt noch jemand die Wäsche zwischen die dicken alten, Hamburger Bäume. Es ist eine Stadt. Eine sehr große. Aber hier hinten, hinter den Häusern, da stehen noch die alten Apfelbäume, die riesigen Kirschbäume, die wohl kaum noch jemand zu beschneiden wagt und es duftet immer ein bisschen nach Grillkohle und auf der Zunge schmeckt es nach Blüten und Weißwein und frischen Kräutern. Zwei Wochen Ferien sind um.

Und es folgen noch zwei….

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8 thoughts

  1. Ich lese deine Alltagsberichte wirklich sehr gerne… Unordnung macht mir auch oft zu schaffen, aber mit Kindern im Haus muss man da wohl oder über toleranter werden. Das fällt mir auch immer noch schwer!
    Toll, was ihr alles unternehmt 🙂

    Liebe Grüße, Biene

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    1. Wie gut zu hören, dass es anderen genauso geht. Es ist ja auch nicht so, dass hier die Ober pedantische Ordnung herrschen muss. Aber jeden Tag findet man in allen Zimmern immer diverse Dinge, die da nicht hingehören, und jedes einzelne Teil wieder zurück räumen macht mich wahnsinnig. Und man hat das Gefühl, es kommt immer unangekündigt Besuch, wenn es katastrophal aussieht. Wieso kommt eigentlich nie jemand spontan vorbei, wenn es mal super aussieht? 🙂

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  2. Danke!! So sehr man sie liebt, so sehr man dankbar ist für dieses wunderbare Leben mit ihnen und so sehr man sich auch gesegnet fühlt: Diese Müdigkeit macht einen fertig. Ich hab mal einen schönen Satz gelesen über die Zeit mit Kindern: Die Tage sind lang, aber die Jahre sind kurz.

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  3. „Ich frage mich vielmehr, wieso dürfen Kinder nicht mehr barfuss laufen?“ Natürlich hast Du recht – es ist eine schöne sinnliche Erfahrung, und noch dazu sehr gut für die Füsse und ich würde mir echt wünschen das auch so handzuhaben aber dann erinnere ich mich, wie ich als Kind – barfuß, beim springen – auf einem rostigen Bierdeckel am Strand getreten bin und lasse es auch wieder sein, denn es gibt nach wie vor viele rücksichslose Menschen… Auch kommt mein Sohn nach mir – kalte Füße haben (wenn die Temperaturen nicht grad über 30 Grad liegen) als Folge eine Erkältung und das kann bei uns (die beide interessante Jobs aber mit unflexiblen Arbeitszeiten und keine Großeltern in der Nähe haben) zu einer Betreuungsproblematik und einem Stress führen, das uns beide auseinanderreisst… Damit das Kind nicht traurig wird, gehen wir aber gar nicht zu Orten mit einem Bach und auch der Wasserspielplatz wird nicht spontan, sonder nur mit Wechselkleidung besucht (dass ich mal so spiessig sein werde, hätte ich auch nicht gedacht :-)). Allerdings, Deinen Blog zu lesen erinnert mich daran, dass ich ab und zu ein bisschen mehr Spontaneität einplanen soll. 😉

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    1. Liebe Adina, da hast Du natürlich Recht. Am Elbstrand weiß ich auch manchmal nicht wie ich es schaffen soll so schnell alle Scherben wegzuräumen, wie die Kinder durch den Sand rennen. Natürlich ist das anstrengend und rücksichtslos von allen anderen. Ich dachte früher auch, ich würde nie zu denen gehören, die sich so penibel über freilaufende Hunde aufregen, die im Park in die Büschen pinkeln und mehr. Jetzt finde ich es ziemlich eklig, wenn meine Kinder durch feuchte Hundekacke laufen. Aber alles in allem denke ich mir, vieles, was wir früher so gemacht haben, so selbstverständlich, hat heutzutage so häufig den Stellenwert des „absonderlichen“. Nicht die, die ihre Kinder den ganzen Sommer über mit Schuhen laufen lassen sind ungewöhnlich, sondern die die ihre Kinder mal barfuss laufen lassen werden beäugt. Die Kinder, die total im Dreck spielen, die werden komisch angesehen und nicht die, die erstaunlicherweise am Ende des Tages noch genauso akkurat aussehen wie am morgen. Wenn ich Ida von ihren Tagesmüttern abhole ist sie häufig voller Tomatensauce. Und ich habe nicht immer Wechselkleidung mit. Aber man wird schon extrem angestarrt, wenn man mit bekleckerten Kindern in der Öffentlichkeit herum läuft. Und das stört mich. Weil sie eben Kinder sind. Und die dürfen mal dreckig sein. Seltsam ist es erst, wenn sie es nie sind.
      Ganz liebe Grüße, Miriam

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  4. Liebe Miriam, dabei ist Ida bestimmt auch mit Tomatensauce beckleckert weiterhin zauberhaft! 🙂 Da habe ich aber Glück, denn als das letzte Mal das Kind großflächig in der Krippe gekleckert hatte (in drei unterschiedlichen Farben) wurde er trotzdem von den Passanten angelächelt. Vielleicht wird aber Dreck bei Jungs als normal betrachtet?! Da wir nach der Krippe eh meistens nochmal auf dem Spielplatz gehen wäre es völlig sinnlos, Wechselkleidung mitzunehmen. Auch ist mir wichtiger, dass er neue Essensachen probiert und alleine isst, als dass er saubere Klamotten anhat. Mein Kompromiss zu Thema barfuss – Schwimmsocken. 🙂 Und auch was Wasser angeht – wenn er die Regensachen anhat, dann zeige ich ihm auch die großen Pfützen. 🙂
    Im Allgemeinen bzgl. Kinder und Dreck finde ich unsere Umgebung / unseren Viertel (nicht Hamburg) tolerant genug, habe nur einmal ein ca. 2-jähriges Mädchen mit weissem Marken-Tshirt auf dem Spielplatz gesehen, das fast nichts machen dürfte, erlebt. Ich vergleiche aber dies auch mit anderen mir bekannten südlichen Ländern, in denen Wasserspielplätze nicht existieren (wären von Eltern überhaupt nicht toleriert) und sogar spielen im Sand mit Argwohn betrachtet wird. Somit – es geht noch viel schlimmer! 🙂

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