Emil und Ida – Bücherempfehlung Juli

                                                                                Was Ida liebt

IMG_2531

Bitte aufmachen

IMG_2527                IMG_2528

Bitte aufmachen besticht vor allem durch seine grafischen Darstellungen in schwarz weiß. Es ist klar und schlicht und bringt die Geschichte genau mit diesem Stilmittel sehr gut herüber. Ein Hirsch sucht Zuflucht bei einem Hasen, weil dieser sich von einem Monster verfolgt fühlt. Der Hase nimmt ihn auf und versteckt ihn unter dem Sofa. Kurz darauf klopft auch der Wolf an die Tür des Hasen und bittet ebenfalls um Zuflucht vor dem „Monster“. Hase und Hirsch aber weigern sich ihn reinzulassen. Ida liebt den Satz: „Gut, dann komme ich eben durch den Kamin!“. Als sei ihr die Absurdität tatsächlich bewusst. Und ohne weiteres klettert der Wolf das Dach hoch und stößt durch den Kamin zu der kleinen Gruppe dazu. Das wiederum lässt Hase und Hirsch die Flucht in den dunklen Wald antreten wo sie – zumindest Schemenhaft – auf das Ungeheuer stossen und zurück fliehen. Das Buch arbeitet bewusst nicht mit Farben – außer in Form des vermeintlichen „Monsters“. Durch die vielen Klapp-Mechanismen können die Kinder den Hirsch durch eine Tür ins Haus lassen, sie können das Haus des Hasen öffnen und schließen und am Ende ganz deutlich zeigen, dass das Haus leer ist, denn Hase, Wolf und Hirsch sind gemeinschaftlich in den Keller geflohen.

Ida liebt die Seite, wo Hase und Hirsch die Flucht vor dem Wolf ergreifen, und erst durch den Klapp-Mechanismus in den Wald rennen und auf das Ungeheur treffen. Sie kreischt und schreit vor Erschrecken. Es geht in dem Buch vor allem um Freund- und Feindschaften und das diese im Ernstfall überbrückbar sind. Wir können uns zusammen tun, wenn noch eine größere Gefahr droht. In diesem Falle die des roten „Ungeheuers“. Die plötzlich auftauchende Farbkomponente in Form des roten Ungeheuers verleiht ihm einen ganz besonders gefährlichen und auffallenden Eindruck. In der Auflösung entpuppt sich das rote „Ungeheuer“ als ein Drachen, den Kinder haben steigen lassen.

Nicht alles, was wir im ersten Moment als Gefahr einstufen, entpuppt sich auch als solche. Durch den Klapp Mechanismus erkennt das Kind, dass die Gefahr gar keine war, die drei im Keller kauernden Tiere allerdings sehen die Auflösung nicht. Der Leser ist demnach den Buch Protagonisten einen Schritt voraus.

Kleiner Jumbo, große Mama

Kleiner Jumbo, große Mama bringt auf den Punkt, was uns im Grunde in unserem Mutter Dasein genauso berührt wie unsere kleinsten Kinder. Mit ganz einfachen Sätzen und liebevollen Bildern wird dennoch tiefgründig beschrieben, was Mamas ganz selbstverständlich für ihre Kinder tun. Und umgekehrt. Denn Jumbos Elefanten Mama tut alles für ihren kleinen Jumbo. Sie beschützt ihn vor Gefahren, sie sucht für ihn die leckersten Früchte und schützt ihn vor dem Regen. Dafür sucht der kleine Jumbo die allerschönste Blume für seine Mama. IMG_2371

Das Buch ist rührend, auch für den, der es vorliest. Weil es in wenigen Sätzen genau das bündelt, was wir jeden Tag und immer wieder für unsere Kinder tun. Und zu vermitteln, dass das eine Selbstverständlichkeit ist. Für Elefantenmamas genauso wie für uns. Egal, was in einem kleinen Kinderleben passiert, die Mama ist immer da um zu beschützen. Nach dem letzten Satz: Denn Mama hat mich lieb. Und ich habe Mama lieb. Hat Emil als er klein war einmal gesagt: Genauso geht es mir auch, Mama. IMG_2370                                                                                    Was beide lieben

Pip und Posy und das Gruselmonster

Bildschirmfoto 2015-07-23 um 12.21.36Vor Idas zweitem Geburtstag warf Emil die Frage in den Raum, was Ida denn für eine Party machen könnte. Denn wenn man vier ist, dann dreht sich vieles um Piraten- und Indianerpartys. Emil – doch schon ein wenig Gender-geschädigt – schlug vor, wir könnten eine „Lillyfee“ Party machen, warf aber selbst ein: Aber das mag von uns ja eigentlich keiner. Also überlegten wir, was Ida denn ganz besonders gerne mag. „Pip und Posy!“ rief Emil. Und das stimmt. Ida liebt „Pip und Posy“. Und am meisten liebt sie Pip und Posy und das Gruselmonster.

Die Geschichten der kleinen Maus Posy und ihres besten Freundes Pip greifen ganz kindgerechte Themen auf. Sie haben mal Angst, sie ärgern sich oder sie können ohne ihr Lieblingskuscheltier nicht schlafen. Die Zeichnungen erinnern sehr an die „Grüffelo“ Welten der anderen Axel Scheffler Bücher. Bunt und voller zu entdeckender Kleinigkeiten. Jeden Abend entdeckt Ida neue „versteckte“ Dinge, die sie nach und nach zu benennen gelernt hat. Äpfel und Birnen, Schnecken, Bäume, Kuchen und Tiere, die im Hintergrund auftauchen.

Im Gegensatz zu uns Erwachsenen stören sich Kinder keinesfalls an der ständigen Wiederholung von Büchern. Ihr Reiz wird dadurch noch erhöht. Sie wollen Handlungsabläufe voraus sehen und Dinge wieder erkennen. Sie wollen die Chance haben die Geschichte selbst zu erzählen. Und uns auf Kleinigkeiten hinzuweisen. So werden sie selbst zum Erzähler und bekommen eine ganze neue Perspektive auf Lesen und Vorlesen. Je öfter wir Bücher wiederholen, erklären und vorlesen, desto eher nehmen die Kinder sich die Bücher selbst aus dem Regal. Blättern sie konzentriert durch und entwickeln die Fähigkeit, sich die Geschichte zu erschließen, ohne das sie uns als Vorlese-Person brauchen.

Ida kennt die Geschichte von Pip und Posy und dem Gruselmonster auswendig. Nicht Satz für Satz, aber sie weiß genau, was Seite auf Seite folgt. Sie klopft gegen den Buchrücken, wenn das Monster an Posys Tür klopft, sie brüllt wie ein Monster, sie sagt bedauernd: Posy weint! Als diese sich so sehr fürchtet. Sie deutet übereifrig auf die unter dem Monsterkostüm herausschauenden Füße von Pip, um Posy darauf aufmerksam zu machen, das es sich gar nicht um echtes Monster handelt. Es ist ein Buch, auf das Emil und Ida sich häufig Abends einigen können. Ein Buch, das sie zum mitmachen anregt. Und deutlich macht, dass viele Dinge, vor denen wir uns fürchten, oft gar nicht zum fürchten sind.

Nick und der Wal IMG_2366

Das ist die bezaubernde Geschichte des kleinen Jungen Nik, der mit seinem Vater und den sieben Katzen am Meer lebt. Der Vater verlässt das Haus morgens in der früh und kommt nie vor Einbruch der Dämmerung zurück. Nik bleibt allein zurück. An einem Tag entdeckt er in der ferne einen gestrandeten kleinen Wal. Er nimmt ihn mit nach Hause und quartiert ihn in der Badewanne ein – auch mit der Befürchtung, dass sein Papa davon nicht begeistert sein könnte. Und natürlich kommt dieser dahinter, und gemeinsam bringen sie den Wal dorthin zurück, wo er herkam. Aufs Meer hinaus. Aber in dieser stürmischen Nacht merkt nicht nur Nik, das er niemals Angst haben muss, so lange sein Papa bei ihm ist, sondern auch der Papa, das Nik sehr einsam ohne ihn ist. Ein Buch, das fast jeden Abend in den Bücherstapel wandert, den wir mit zum Bett tragen. Die anrührende Geschichte besticht auch durch ihre Bilder und Details. Eine Geschichte von Einsamkeit und Freundschaft und auch darüber, dass Väter nicht immer da sind und da sein können – einen aber immer beschützen werden.  

                                                               

                                                                                    Was Emil liebt

Eliot und Isabella

Wir haben mit dem Vorlesen eine Stufe erreicht, in der wir „richtige“ Bücher lesen. Bildschirmfoto 2015-07-23 um 12.36.04Es müssen, laut Emil, Bücher sein, für die man ein Lesezeichen verwendet. Die man nicht an einem Abend durchliest. Die Spannung aufbauen und aus mehreren Kapiteln bestehen. Und nachdem wir uns mit Michel aus Lönneberga und Kleiner Drache Kokosnuss beschäftigt haben (die man aber aufgrund der Popularität wahrscheinlich nicht mehr vorstellen braucht) sind wir auf Eliot und Isabella gestossen. Zwei Rattenkinder, die nicht nur ein – sondern (zum Glück!) gleich mehrere Abenteuer erleben. Nach Eliot und Isabella – die Abenteuer am Fluss haben wir am ersten Kindergartenferientag gleich Eliot und Isabella und das Geheimnis des Leuchtturms erstanden und in zwei Tagen durchgelesen.

Die Geschichten sprudeln vor Ereignissen. Die kleine Stadtratte Eliot wird im ersten Band durch einen gewaltigen Regenguss aus der Stadt gespült bis aufs Land. Dort trifft er auf Isabella – ein echtes, mutiges und freches Rattenmädchen, die ihm hilft, zurück in die Stadt zu kommen. Das gaze verläuft natürlich nicht ohne diverse Abenteuer zu erleben und Gefahren zu meistern.

Neben Freundschaft geht es auch um „Vorurteile“ (zum Beispiel entpuppt sich ausgerechnet die „gefährliche“ Schlange als äußerst liebenswertes, ängstliches und schüchternes Wesen) und um alltägliche Ängstlichkeit in Bezug auf andere Kinder. So treffen Eliot und Isabella sowohl im ersten, als auch im zweiten Band immer wieder auf die Bande von Bocky Bockwurst, die mit dem Ärgern anderer Kinder nicht zimperlich ist.

Zuletzt spielt auch die Diskrepanz zwischen Land- und Stadtkind eine Rolle. Beide Rattenkinder wissen sehr wohl um ihre Klischees. Und lernen, Vorurteile abzulegen und die Vorzüge des jeweils anderen Lebensstils zu schätzen.

In Eliot und Isabella und das Geheimnis des Leuchtturms spitzt die Spannung sich noch gewaltig zu. Aus der anfänglichen „Abenteuergeschichte“ wird ein richtig spannendes Gesamtkonzept. Auf der Insel Ratzekoog, auf die nahezu alle Ratten sich im Urlaub aufhalten, grassiert das Gerücht, das im Leuchtturm ein Gespenst lebe. Denn immer mal wieder scheinen dort Nachts die Leuchtturmlichter, obwohl seit Jahren niemand mehr dort lebt. Aber das ist nicht nur ein Fall, den Isabella und Eilt zu lösen versuchen, sondern auch Bocky Bockwurst und seine Bande.IMG_2512

Wir können nur sagen: Vorlesen kann verdammt viel Spass machen! Und bei aller Liebe für „Pip und Posy“ und „Nik und der Wal“ – am Abend gibt es auch einen internen Kampf zwischen Paul und mir, wer heute das Recht hat, Eliot und Isabella zu lesen. Denn es macht richtig viel Freude. Und da die Kindergartenferien erst seit vier Tagen in Gang sind, kommt der dritte Band bestimmt noch dazu.

Nachtrag: Wie die meisten bereits wissen ist es mir wichtig bei meinen offiziellen Werbepartnern immer darauf zu achten, dass sie zu meinem BLOG und meinem Lebensstil passen. Und auch was die Bücher betrifft möchte ich vermeiden auf große Konzerne wie AMAZON zu verweisen.

Die Bücher sind deshalb verlinkt mit dem Hamburger Buchladen PÄKI (Pädagogische Kinderbuchhandlung). Der Laden liegt in der Nähe von Emils Kindergarten und ist neben dem Spielplatz der wohl beliebteste Ort der Kindergartenkinder. Sechs top informierte, freundliche Frauen beherrschen dort die Gabe, einem zu wirklich jedem erdenklichen Thema ein ganz wunderbar passendes Buch zu empfehlen. Sie hatten auch den Vorschlag zu „Eliot und Isabella“. Für mich ist es schön zu wissen, dass ich etwas unterstützen kann, was mit so viel Liebe geführt wird und im ganzen Online-Dschungel um seinen Platz kämpfen muss.

Advertisements

2 thoughts

  1. YEAH. Danke Miri für die Empfehlung des Ladens. So waren wir endlich mal drinnen und wurden ganz großartig beraten: vorne ein Geschenk mitgenommen und hinten drei Bücher für Wurstfred für den Urlaub. ❤️

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s