Zeit Management am Meer

IMG_9279Momentan sieht unser Zeitmanagement häufig so aus, dass Paul arbeitet und ich arbeite. Dann hole ich die Kinder und Paul arbeitet weiter. Jedes zweite Wochenende arbeitet Paul, die anderen beiden arbeite ich. Klingt stressig, ist es aber nicht. Vielleicht eine Sache, in die wir hineingewachsen sind. Wir und unsere Kinder. Wir essen so oft es geht Abends zusammen, die Kinder sehen Paul manchmal morgens noch eine halbe Stunde. Aber Zeit ist ja auch relativ. Die Zeit die da ist nutzen wir. Gemeinsam. Und es ist immer ein bisschen besonders, ein bisschen aufregend und voller Glück, wenn wir alle zusammen sind.

Letztes Wochenende musste ich für einen Job nach Cuxhaven. Paul und die Kinder habe ich mitgenommen. Geschenkte Zeit. Sehr viel geschenkte Zeit!

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Tasche Loud&Proud von Nordkinder.de

Als ich Emil aus dem Kindergarten abhole platzt er vor Aufregung. „Urlaub“ und „Ausflug“ sind die Worte in Emils Leben, die ihn zu größter Vorfreude anspornen können. Er hüpft und springt und freut sich.

Unser Apartment liegt nur 400 Meter vom Meer entfernt, die Sonne scheint, Pferde grasen unter unserem Balkon. Es riecht nach Salzwasser und Fisch und nach Sommer. Emil läuft barfuss. Der Tag ist leer, ganz leer und wir ziehen an den Strand. Es ist Ebbe, Emil will wissen wie genau der Mond das Wasser ziehen kann. Ich bin mal wieder überfragt. Ida gräbt gedankenverloren ein Loch, Emil sucht Krebse. Der Wind ist in meinen Haaren, Pferde ziehen vorbei. Meine Füße versinken ein bisschen in dem nassen Sand.

Paul kocht italienisch, die Kinder laufen noch im Garten herum. Schön ist es. Und so sommerlich. So frei. Jeder Moment kommt einem so besonders vor. So besonders innig und verbunden. Wir trinken Wein auf dem Balkon. Das Meer ist zurück gekommen. Emil staunt und Ida stopft Nudeln in sich hinein.

Tasche, Kleid, Strümpfe, Tuch von Nordkinder.de
Tasche, Kleid, Strümpfe, Tuch von Nordkinder.de

Am nächsten morgen (ach ja, mit morgen meine ich 5:40 Uhr) tobende Kinder im Bett und Regen. Tag am Meer? Fotoshooting? Keine guten Voraussetzungen. Wir machen uns auf den Weg nach Bremerhaven und gehen in den Zoo. Emil will alles wissen. Und mit ALLES meine ich aus ALLES. Ich lese Schilder vor, ich versuche mir auf einige Fragen einen Reim zu machen. Manchmal würde ich gerne wissen, was sich 24 Stunden so unter den Locken in seinem Kopf abspielt. Ida stellt keine Fragen. Aber sie beobachtet und kreischt, wenn die Tiere sich bewegen. Nur als der Eisbär zu dicht kommt, fasst sie hilfesuchend an Emils Arm. Auch wenn sie ihn noch so oft von sich stösst – im Ernstfall ist er eben doch der große Bruder.

Beim Shooting gießt es in Strömen. Und das ist noch untertrieben. Als ich gegen 20 Uhr zurück komme sind alle müde. Emil erzählt von der Flut und dass sie noch mehr Krebse gefunden haben. Ungeachtet des schlechten Wetters waren sie ein ganzes Stück ins Watt gewandert.

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Am Sonntag haben wir uns akklimatisiert. Das Wetter spielt keine große Rolle mehr. Wenn die Erwartungshaltung erst mal weg ist, macht auch Regen Spaß. Und Wind, der sich in unseren Haaren verfängt und unter unsere Kleidung zieht. Das Meer ist weg, wir laufen durchs Watt. Still ist es. Nur das Kreischen der Möwen, der Wind und hin und wieder ein vorbei galoppierendes Pferd. „Sitzen!“ ruft Ida immer wieder. Sie will auch auf das Pferd. Ich bin ganz froh, dass sie noch zu klein ist. Ihre Finger graben im Schlick. Die kleinen Gummistiefel tapsen durchs flache Wasser. Wie besonders diese Momente sind. Für uns und auch für die Kinder. Wie sie spüren, dass sie nicht nur etwas besonderes erleben. Etwas, dass sie neu entdecken müssen, wie die Gezeiten. Krebse berühren. Wattwürmer beobachten. Auch das besondere für uns alle. Diese kostbaren Momente in denen alle zusammen sind.

Nachdem wir absolut durchgefroren sind fahren wir ins Meerwasser Schwimmbad. Ida sind die Wellen dort anfangs sehr suspekt. Aber des dauert nur ein paar Minuten und sie kreischt vor Freude. Dann kann sie sich eine Dreiviertelstunde damit beschäftigen ein kleines Förmchen mit Wasser zu füllen, extrem langsam und mit bedacht eine Treppe hoch zu steigen, das Förmchen oben an der Rutsche auszukippen und die Treppe ebenso bedachtsam wieder runter zu steigen.

Am Nachmittag treffen wir Oma und Opa in Bremerhaven. Emil und Opa besichtigen einen alten Trawler, der dort vor Anker liegt, dann ziehen wir weiter nach Bad Bederkesa. Am See gibt es einen Spielplatz und die Kinder sind außer Rand und Band. Wir gehen gemeinsam essen, und als wir die Kinder ins Auto setzen sagt Emil: „Kann ich noch ein bißchen Captain Sharky hören?“ Ich nehme die CD. „Klar,“ sage ich. Und stecke sie in den CD Player. „Ist es laut genug?“ frage ich und drehe mich um. Aber Emil war schon eingeschlafen.

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