Glücksmomente 14

Wenn ich die „Glücksmomente“ schreibe merke ich erst, wie die Wochen im Flüge vergehen. Kam einem der Winter hin und wieder sehr zäh und lang vor, scheint der Frühling nahezu vorbei zu rasen. IMG_8157

Neben vielen Jobs und einer Woche Spätdienst – also wieder jeden Tag ohne Paul bestreiten – war das Kindergartenthema bestimmend. Und es stimmt – wir haben ein Luxusproblem. Hamburg bietet Kindergartenplätze und zwar noch und nöcher. Und alle können irgendetwas. Entscheiden muss man sich trotzdem. Ich organisiere Info Stunden und Probetage und lese mich Abends durch Internetauftritte. Draussen scheint die Sonne, zumindest marginal und zu den alten Aufträgen kommen immer neue hinzu. Das Wetter schreit nach kreativen, spannenden Shootings und dann sammeln sich die Bilder nund schreien nach Bearbeitung. Zum Glück schwappt eine Menge kreativer Energie in meiner Bürogemeinschaft über. Zwischen rauen Betonwänden im Schein der hereinscheinenden Sonne sitzen wir bei Kaffee zusammen und versuchen ein gewisses Maß an Disziplin von einem auf den anderen überschwappen zu lassen.

Am Mittwoch fotografiere ich in Emils Kindergarten. Mir schlägt so viel Glück entgegen. Aber ich höre jetzt auf bedauernde Sätze über die Kindergartenschließung zu schreiben. Stattdessen genieße ich die Sonne und einen wahren rosa Teppich aus Kirschblüten, auf dem die kleinen Kinderfüße sich in Pose stellen.

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Spätdienst hat den Vorteil, dass ich den ganzen Abend arbeiten kann. Es herrscht eine konzentrierte Stille. Wenn Paul gegen halb zwölf nach Hause kommt bin ich erschöpft, aber ich genieße die kurzen Momente die wir noch zu zweit haben. Und die Momente mit den Kindern. Wenn ich sie abhole ziehen wir weiter in die Parks in der Nähe. Sie suchen Blumen und ziehen durch die angrenzenden kleinen Waldstücke. Ein bisschen Freiheit mitten in der Stadt.

Am Mittwoch lesen allein an einem Tag 34 000 Menschen den Beitrag „Warum du nichts musst“. ich bekomme so viele wunderbare Kommentare, Mails und SMS. Ich stelle etwas online, was vielleicht gar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist? Etwas, das ich denke, und von dem ich gar nicht verlangen kann, dass es mir jemand gleich tut. Und das tun auch längst nicht alle. Aber mein Text regt an und auf und das ist gut so. Wenn sich etwas bewegt in den Köpfen.

Freitag,Samstag, Sonntag hat Paul frei. Ursprünglich hatten wir einen Kurztrip nach Barcelona geplant, aber – so albern das auch klingen mag – nach dem Flugzeug Absturz habe ich die Idee verworfen. Also wollten wir nach Berlin. Als dann meine Mama mit gebrochenem Bein und Bänderriss auftrumpfte, hatte sich alles zerschlagen. Die Kinder konnten wir nicht anderweitig unterbringen und mir fehlte grade die Ruhe, wieder alles neu zu planen. Anderes Hotel, keine Abendaktivitäten in Berlin, wie alles im Zug unterbringen? Also blieben wir Zuhause. Das Glück liegt ja häufig näher als man denkt.

IMG_8825IMG_8830Am Samstag wagen wir uns zum Hafengeburtstag. Ich lebe seit fast zwei Jahrzehnten in dieser Stadt. Ich war noch nie auf dem Hafengeburtstag und ich weiß auch ganz genau wieso nicht. Ich fühle mich überrollt von Eintönigkeit und Lärm und Masse. Und das Ganze nur, weil wir den Kindern die „Brigitte Bardot“ zeigen wollten. Die Brigitte Bardot ist ein Schiff der zur Sea-shepherd gehörenden Flotte und ich empfand es irgendwie als sinnvoll, meine Kinder in Themen einzuweihen, die für uns eine Bedeutung haben. http://www.sea-shepherd.de. Ein Moment um eine Faszination zu schaffen für etwas, das aufregend und sinnvoll zugleich erscheint. (Die Sea-Shepherd Organisation setzt sich für die Erhaltung des maritimen Lebensraumes ein, insbesondere im Kampf gegen Walfänger). Wir hatten Emil davon erzählt und dementsprechend war die Enttäuschung, das man als Nicht-Schwimmer keine Erlaubnis bekam das Schiff zu besichtigen. Da saßen wir nun fest auf einer Festivität für die wie keine Begeisterung aufbringen konnten und mussten einmal über unseren Schatten springen und tun, was man hin und wieder für Kinder tun muss – sich ein bisschen mit begeistern. Emil und Ida tanzten auf der Straße zu alten „Heidi Kabel“ Songs und bestaunten Kriegsschiffe. („Nenne es doch bitte Verteidigungsschiff,“ intervenierte Paul.).

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Am Abend kuschelte Emil sich an seinen nahezu lebensgroßen Plüsch Hai. Den hatten wir ihm zum Einzug geschenkt, da sein Zimmer von nun an am weitesten vom Schlafzimmer entfernt lag und wir ihm ein Gefühl von Sicherheit vermitteln wollten.

“ Später,“ stellte Emil fest. „Werde ich auch ein Kämpfer gegen Menschen die Wale töten.“ Er überlegte kurz. „Nur mit dem Boot fahren mag ich nicht so gerne,“ fügte er hinzu. „Ich glaube, ich mache das an Land.“

Gute Idee, kleiner Emil.

Wer Lust hat mehr Glücksmomente anderer Blogger zu lesen kann das auf: http://www.daily-pia.de/2015/05/11/gluecksmomente-202015/

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