Glücksmomente 11 – über das Glück zu reisen

Wir reisen einfach gerne – wir reisen gerne lang und kurz, aufwendig und weniger aufwendig, wir reisen gerne extrem weit und außergewöhnlich und ebenso gerne auf die nächstgelegene Insel. Wir schlafen manchmal luxuriöse und manchmal in umgebauten Scheunen – und damit meine ich (leider) nicht die, die liebevoll restauriert sind….

Wenn Emil erfährt, dass wir verreisen, dann explodiert er vor Freude. Es spielt keine Rolle wohin wir reisen. Es ist das Abenteuer, dass sich überall dort verbirgt, wo wir noch nie waren. Und in der letzten Woche sah er zum ersten mal die Berge.IMG_5633

Eine Reise steckt voller Glücksmomente. Über Sommer, Sonne und hervorragende Kinderbereiche in Hotels zu schreiben ist daher keine Kunst. Was mich glücklich gemacht hat? Die Wertschätzung der Zeit.

„Und wann muss Papa dann wieder arbeiten?“ erkundigte Emil sich, als wir die Koffer zum Taxi schleppten. “ Gar nicht,“ sage ich. „Den ganzen Urlaub gar nicht.“ Emil scheint verwirrt. „Wahrscheinlich, weil es zu weit wäre zwischendurch zurück zu fliegen,“ überlegt er. Ja, auch ein Argument.

Wir bekommen Zeit geschenkt – für uns, für die Kinder, für die Großeltern mit den Kindern – auch wenn meine Eltern im letzten Moment von der Reise zurück treten mussten. Wir bekommen auch Zeit, die wir uns nicht gewünscht haben, zum Beispiel die 14 Stunden Anreise, die ursprünglich mal auf knapp 5 Stunden bemessen waren. Wir haben diesen Berg Zeit vor uns durch ausgefallene Flüge, Flugverspätungen und knapp EINE Stunde Diskussion bis wir unser vorbestelltes Mietauto bekamen. Zeit, die man sich anders vorgestellt hatte. Ein Nachmittag, an dem Emil sich schon im Schwimmbad wähnte. Stattdessen sammelt er mit Ida Löwenzahn auf einem Parkplatz, malt auf dem Fußboden von Flughafen Gates, teilt sich mit Ida eine Pizza. Als wir gegen 21 Uhr das Hotel reichen empfinde ich Glück. Glück und nicht Erleichterung. Dieser Tag war pures Glück – es war überall versteckt. Meine Kinder haben 14 Stunden nicht gemeckert. Sind egal wohin beschwingt mitgelaufen. Haben Koffer gesucht, geschwitzt, gefroren, hatten Hunger und Durst, haben Stifte verloren und bei dem extrem wackeligen Flug vor Angst ein paar Tränen vergossen (nur Emil, Ida rief nach der holperigen Landung begeistert: No’mal!!). IMG_5711

Sie haben uns glücklich gemacht, weil sie so geduldig waren. Weil sie immer wieder Lösungen gefunden und angenommen haben. Weil sie Parkplätze zu ihrer Welt gemacht haben. Weil sie bereit waren ein Abenteuer zu sehen, wo ursprünglich keines war. Aber auch, weil Paul und ich versucht haben, genau das zu tun, was in dem Moment das einzig wichtige war: sie bei Laune zu halten und uns selbst dabei nicht zu vergessen. Ich war mal tierisch genervt (als das Lufthansa Bodenpersonal uns unglaublich erfreut einen Flug um 14 Uhr statt um 9:00 als Ersatz anbot), Paul war tierisch genervt, als wir einen Koffer am Gate vergessen haben. Wenn 14 Stunden jemand ununterbrochen redet (EMIL!), dann kann einen das zwischendurch mal kurz nerven. Aber alles in allem stiegen wir um 21:00 aus dem Auto, trafen unsere Familie bei Wein und Kerzenschein im Restaurant mit Panorama Blick über die Berge und waren entspannt und glücklich.

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Es war eine Reise mehrerer Generationen, Menschen, die zusammen gehören und dennoch ganz unterschiedliche Leben führen. Menschen, die beruflich sehr viel Engagement haben, die nicht immer die Zeit haben, ihre Familien so eng und intensiv zu genießen wie in dieser einen Woche in Meran. Zeit miteinander zu reden, Zeit die Kinder und Enkelkinder in all ihren Facetten zu genießen, zu begleiten und zu lieben.

Emil hat uns schwer beeindruckt mit seiner unbändigen Energie. Nach 5 Stunden wandern (außer Opa hat keiner mehr mitgezogen) schrie er begeistert: Und jetzt, alle ins Schwimmbad! Ida hat innerhalb einer Woche ganze 58 neuen Wörter in ihren Wortschatz aufgenommen.

Was ich geliebt habe? Sie am Abend ins Bett zu bringen. Einen Moment haben wir auf unserer Terrasse mit Blick aufs Tal gesessen. Dann sind wir in Emils Bett gekrochen. Emil auf der einen, Ida auf der anderen Seite. Still war es, nur die Vögel waren noch zu hören. Über den Gipfeln ein letzter blass rosa Schein, bevor die Sonne ganz unter ging. Ida hat sich an mich gekuschelt, Emil hat ein wenig erzählt. Am Ende hat auch er seinen Arm um Idas müden Körper gelegt und beide sind sie eingeschlafen. Völlig entspannt und ganz erfüllt vom Tag.

IMG_6093Wer mehr Glücksmomente anderer Blogger lesen möchte kann das auf http://www.daily-pia.de/2015/04/19/gluecksmomente-172015/#axzz3XkYaLdzT

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